Es könnte alles so schön sein im Kraichgau. Fünf Siege in Folge, die historisch beste Bilanz zum aktuellen Saisonzeitpunkt. Vom Fast-Absteiger zum Königsklassen-Anwärter! Als Tabellendritter reist die TSG Hoffenheim am Sonntag (17:30 Uhr/DAZN) zum Rekordmeister Bayern München.
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Schicker droht das Aus
Doch der seit Monaten schwelende Machtkampf in Sinsheim hat ausgerechnet vor dem Bundesliga-Topspiel einen neuen Höhepunkt erreicht. Nun steht offenbar auch Andreas Schicker – Vater des Erfolgs und einzig verbliebener von einst vier Geschäftsführern – vor dem Aus.
Mehrere Medien berichten übereinstimmend, dass Schicker am Tag nach dem Spiel in München Geschichte sein könnte. Für Montag soll Christoph Henssler – der 29 Jahre alte Interims-Klubchef des Muttervereins mit Ultra-Vergangenheit – eine Gesellschafterversammlung einberufen haben.
Spekuliert wird, dass Schicker als Geschäftsführer abberufen und zum Sportchef degradiert werden könnte. Es erscheint unwahrscheinlich, dass der 39-Jährige dabei mitspielt. Vor allem, da die Konkurrenz bereits ein Auge auf den Steirer geworfen hat. Ein Angebot vom VfL Wolfsburg im vergangenen Herbst hat er ausgeschlagen.

Doch warum die ständige Unruhe?
Hintergrund sind die Querelen in der Führungsriege rund um Gesellschafter Dietmar Hopp. Nach einer Auseinandersetzung mit dem Spielerberater und Hopp-Freund Roger Wittmann mussten bereits Anfang November 2025 sowohl Markus Schütz (Vorsitzender der Geschäftsführung) als auch Frank Briel (Finanzen) den Verein verlassen. Nun folgte auch Tim Jost (Marketing und Vertrieb).
Henssler will die Geschäftsführung nach seinen eigenen Vorstellungen neu aufstellen. Der seit Oktober 2024 als Sport-Geschäftsführer amtierende Schicker hat da wohl keinen Platz.
Als Begründung für eine Degradierung könnte laut Medienberichten ein möglicher Formfehler bei internen Vorgängen dienen, der Schicker angelastet wird.
Fokus auf das Sportliche
Ob das Theater abseits des Platzes die Mannschaft um ihren Altstar Andrej Kramaric belastet, wird sich am Sonntag zeigen. Eigentlich wollten die Schützlinge von Trainer und Schicker-Intimus Christian Ilzer in München ein weiteres Ausrufezeichen setzen.
"Wir freuen uns extrem auf dieses Spiel. Das wird ein super Test. Wenn wir die Leistung der vergangenen Wochen zeigen, können wir etwas holen", sagte Kramaric, der die zweite TSG-Teilnahme an der Champions League anstrebt: "Wir haben den besten Kader seit zehn Jahren. Die Mischung ist perfekt, es steckt viel Potenzial drin. Wir haben einen tolle Energie in der Mannschaft, spielen Top-Fußball, genießen den Moment - und wollen Großes erreichen."

Im Gegensatz zum 34 Jahre alten Kroaten, der in diesen Tagen eigentlich mit Schicker über eine Verlängerung seines zum Saisonende auslaufenden Vertrags verhandeln wollte, bremst Ilzer ein wenig die Euphorie. "Es gibt viele Schulterklopfer. Aber wir müssen den Fokus auf die wichtigen Dinge richten", sagte der Österreicher: "Wir kommen nur weiter, wenn wir jedes einzelne Training bestmöglich nutzen, damit wir am Sonntag die bestmögliche Leistung auf den Platz bringen können. Dann haben wir von unserer Seite alles getan."
