Keller-Remis mit klarem Sieger im Abstiegskampf: St. Pauli hadert, Köln hofft

Der 1. FC Köln kann mit dem Punkt auf Pauli besser leben
Der 1. FC Köln kann mit dem Punkt auf Pauli besser lebenČTK / DPA / Christian Charisius

Der 1. FC Köln ist dem Klassenerhalt wieder einen Schritt näher, beim FC St. Pauli hingegen regiert nach einer verpassten Chance der Frust.

Die Lichter des "Geister-Palasts" nebenan auf dem Hamburger Frühlingsdom waren bereits erloschen, doch am Millerntor ging auch am späten Freitagabend noch das Abstiegsgespenst um. Nach der verpassten Chance gegen den direkten Keller-Konkurrenten 1. FC Köln lagen die Profis des FC St. Pauli reihenweise abgekämpft und unzufrieden am Boden.

Während die Kölner dem Klassenerhalt nach diesem intensiven Flutlicht-Krimi ein großes Stück näher gekommen waren, überwog bei St. Pauli nach dem 1:1 (0:0) der Frust. Weil der FC statt möglicher zwei weiter fünf Punkte Vorsprung auf die Hamburger auf dem Relegationsplatz hat. "Es ist sehr enttäuschend. Wir waren in Führung und sie hatten kaum Chancen. Es ist ein schlechtes Gefühl", sagte Karol Mets, der zuvor zum tragischen Helden mutiert war.

Späte Diskussionen um Elfmeter

Zunächst hatte der Verteidiger sein erstes Tor für St. Pauli geschossen, doch dann verursachte er den Foulelfmeter, den Luca Waldschmidt zum späten Ausgleich nutzte. Eine Szene, die seinen Trainer im Anschluss gehörig nervte.

"Zuerst habe ich gedacht, der Kontakt war klar und dass es ein klarer Elfmeter ist", sagte Alexander Blessin. Doch bei genauer Betrachtung im Anschluss bemerkte er einen ahndungswürdigen Kontakt des Kölners Jakub Kaminski an Mets im Vorfeld des Fouls. Deswegen sei es am Ende auch kein korrekter Elfmeterpfiff gewesen, befand Blessin und kritisierte die Arbeit des Videoassistenten.

So musste der Trainer letztlich mit einem Punkt leben, der für St. Pauli aber dennoch wichtig werden kann. "Wir müssen nach oben gucken, wir wollen natürlich nicht diesen Relegationsplatz am Ende haben, aber wir müssen auch nach unten gucken", mahnte Blessin, der am kommenden Samstag mit seinem Team beim schwer abstiegsbedrohten 1. FC Heidenheim ran muss.

"Wolfsburg und Heidenheim scharren mit den Hufen - und da tut jeder Punkt dann wieder gut", sagte er. Am Samstag gelang den Wolfsburgern dann tatsächlich wieder mal ein Sieg, beim 2:1 gegen Union Berlin; weshalb der Vorsprung St. Paulis nur noch zwei mickrige Zähler beträgt.

Ache wird wohl bis zum Saisonende fehlen

Beim FC wollte sich derweil niemand ärgern - trotz der verpassten Vorentscheidung. "Der Punkt ist unfassbar viel wert", sagte der starke Torhüter Marvin Schwäbe: "Wenn man auf die Tabelle blickt, hätte es mit einer Niederlage nicht so gut ausgesehen. So die Distanz zu wahren, war unfassbar wichtig."

In den abschließenden vier Ligaspielen dürfte den Kölnern ein weiterer Sieg zum Klassenerhalt reichen. Fehlen wird dann allerdings Angreifer Ragnar Ache, der mit einer Muskelverletzung "voraussichtlich bis zum Saisonende" ausfallen wird, wie der FC mitteilte. Interimstrainer René Wagner bieten sich dennoch weitere Chancen, sich für seinen ersten großen Bundesliga-Vertrag zu bewerben.

"Wir können die Tabelle lesen. Ich bin froh, dass es so gekommen ist", sagte Wagner bei Sky nach dem "wilden Ritt" am Millerntor, bei dem er abermals ohne Niederlage geblieben war. Und verabschiedete sich zuversichtlich in die heiße Saisonphase.

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