Spielidee, Taktik, Personal, individuelle Qualität - überall war ein Klassenunterschied sichtbar. Dortmund, trotz der bislang starken Bundesliga-Bilanz in all diesen Aspekten vergleichsweise limitiert, hielt den Bundesliga-Gipfel mit Kampf, Härte, Intensität, Standards und schnellen Umschaltmomenten offen.
Doch am Ende setzten sich die Münchner, die nicht ihren stärksten Tag erwischt hatten, durch - wie fast immer in den inzwischen 14 Jahren seit dem letzten Meistertitel des BVB. Weil sie Spieler wie Joshua Kimmich und Harry Kane haben. Und weil sie unter Trainer Vincent Kompany ihr Spiel konsequent durchziehen - auch wenn es Geduld erfordert.
Die Bundesliga-Konkurrenz ist damit überfordert, auch wenn mal einem krassen Außenseiter wie dem FC Augsburg eine Überraschung gelingt. Wenn zehn Spieltage vor Schluss der alte Meister auch wieder der neue ist, wächst die Langeweile, die Bayer Leverkusen vor zwei Jahren kurz unterbrach, immer mehr. Der krampfhafte Versuch, mit dem "deutschen Clasico" noch einmal die Spannung längst vergangener Tage zu beschwören, ist der beste Beweis: Es gibt in der Bundesliga keinen Titelkampf mehr.
