Krisengipfel in Bremen: Die Sehnsucht nach dem "Kaltgetränk"

Thiounes Glaube an die Werder-Wende ist ungebrochen
Thiounes Glaube an die Werder-Wende ist ungebrochenMarco Steinbrenner / DeFodi Images / Profimedia

13 Spiele in Serie haben sie nicht gewonnen, da kann der Durst auf ein erlösendes Sieger-Bier schon einmal groß werden. Und so verspüren auch die Bremer Sehnsucht auf ein "Kaltgetränk", wenn sie dann "mal wieder ein Fußballspiel gewonnen" haben, sagt Werder-Trainer Daniel Thioune. Wenn, ja, wenn. Der Zeitpunkt am Wochenende könnte jedenfalls nicht besser sein.

Schließlich ist Werder nach der jüngsten Pleite zuletzt auf den vorletzten Platz abgeschmiert, am Samstag (15.30 Uhr/Sky) kommt nun der Tabellenletzte FC Heidenheim ins Weserstadion - mehr Druck, mehr Krisengipfel geht nicht. Doch von einem Endspiel im Kampf um den Klassenerhalt will Thioune nichts wissen. "Die Aufgabe wird jede Woche schwieriger", sagt der 51-Jährige, der seine bisherigen drei Spiele als Nachfolger von Horst Steffen allesamt verloren hat, aber: "Meine Energie ist ungebrochen. Weil ich wusste, dass es bis zum Ende dauern wird, bis zum 34. Spieltag."

Zum Match-Center: Bremen vs. Heidenheim

Doch irgendwann müssen die Bremer mal anfangen zu gewinnen, sonst geht es nach 1980 und 2021 wohl zum dritten Mal in der Vereinsgeschichte hinab in die Niederungen der 2. Liga. "Wir haben aktuell nicht mehr viel, was für uns spricht, deshalb müssen wir uns das Stück für Stück selbst zurückholen", sagt Thioune, dem ein historisches Missgeschick droht: Er könnte der erste Werder-Trainer werden, der seine ersten vier Bundesliga-Spiele mit Bremen verliert.

Fritz steht hinter der Entscheidung

"Natürlich ist die Situation gerade nicht einfach", sagt Clemens Fritz, Geschäftsführer Fußball in Bremen, doch der Glaube, dass Thioune die Wende gelingt, ist weiterhin da: "Es gibt überhaupt keine Trainerdiskussion bei uns." Thioune agiere "sehr energetisch, vermittelt seine Inhalte präzise und arbeitet sehr lösungsorientiert mit den Jungs". Die Mannschaft nehme "seine Vorgaben gut an und arbeitet an deren Umsetzung".

Doch womöglich spielen Taktik und Muskeln in diesem Kellerduell gar nicht so die große Rolle. Am Ende habe der Kampf gegen den Abstieg "unheimlich viel" mit dem "Kopf zu tun", sagt Heidenheims Coach Frank Schmidt. Und dieses Duell "Letzter gegen Vorletzter" sei noch einmal ein ganz "besonderes Kopfspiel" in dem man "im richtigen Moment eiskalte, richtige Entscheidungen treffen" müsse.

Heidenheim unter Druck

Beide Teams können sich eine Niederlage eigentlich nicht leisten, doch sollte Heidenheim verlieren, wäre der Klub kaum noch zu retten. Schon jetzt ist der FCH statistisch gesehen abgestiegen. Mit nur 14 Punkten auf dem Konto nach 23 Spielen schaffte in Zeiten der Drei-Punkte-Regel noch keine Mannschaft am Ende den Klassenerhalt.

Heidenheim steht unter absoluter Siegpflicht
Heidenheim steht unter absoluter SiegpflichtFlashscore

"Wenn du eine Chance haben willst, musst du irgendwann anfangen, den Rückstand abzubauen", sagt Schmidt: "Und deswegen ist es schon ein Spiel, das du gewinnen solltest, um dann auch weiter fest daran zu glauben, dass du die Chance hast."