Barack Obama wurde als Präsident der USA vereidigt, Bitcoin lag in den Geburtswehen, in Berlin rannte Usain Bolt zu einem neuen Weltrekord 9,58 Sekunden – und der HSV feierte seinen bislang letzten Sieg gegen Bayern München.
2009 war das. Alles lange her. Doch Mladen Petric erinnert sich auch fast 17 Jahre später noch genau an seinen mittlerweile historischen Siegtreffer. "Es war ein geiles Gefühl", sagte der Kroate der Sport Bild: "Weil es ein Spitzenspiel war."
Spitzenspiel? Davon kann am Samstag (18:30 Uhr/Sky und Flashscore-Audioreportage) keine Rede sein. Damals hatten die Hamburger mit Petric oder Ze Roberto Profis im Kader, die an guten Tagen auf Weltklasse-Niveau spielen konnten. Nach dem historischen Abstieg 2018 und schwierigen Lehrjahren in der 2. Bundesliga nehmen die Rothosen den Rekordmeister nun als Aufsteiger in Empfang.
Polzin verspürt "Vorfreude"
Ein Blick auf die Statistik erweist sich allerdings als ernüchternd. Der HSV hat keines der letzten 20 Pflichtspiele gegen Bayern gewonnen (17 Niederlagen, drei Remis) – zuletzt gab es neun Pflichtspiel-Pleiten in Serie. Das 0:5 im Hinspiel ist den Fans noch in schlechter Erinnerung. Eigentlich hat die Mannschaft von Trainer Merlin Polzin keine Chance. Eigentlich.

"Die Vorfreunde, sich gegen die Bayern messen zu können, ist unfassbar hoch", sagte Polzin über den Klassiker: "Bayern ist die mit Abstand beste Mannschaft in Deutschland. In acht von zehn Fällen dürfte es gegen sie wahrscheinlich so laufen wie im Hinspiel. Wir wollen uns darauf vorbereiten, das neunte oder zehnte Spiel zu sein. Wir wollen alles aus uns rausholen und ob das am Ende reicht, werden wir am Samstag sehen".
Damit es für einen Punkt reicht, müsste für den HSV aber wohl schon alles passen. Denn die Mannschaft von Vincent Kompany – der zwischen 2006 bis 2008 für den HSV spielte und nun erstmals für ein Pflichtspiel ins Volksparkstadion zurückkehrt – hat schon oft in dieser Saison gezeigt, "wie kompromisslos" sie sein kann.
"Wir wollen versuchen, den Weg in die Nische zu finden", sagte Polzin, der mit seiner Mannschaft seit fünf Bundesliga-Spielen auf einen Sieg wartet.
Zum Flashscore Bundesliga-Tracker
Vuskovic muss Kane verteidigen
Damit zumindest keine weitere Pleite dazukommt, muss auch Luka Vuskovic einen Top-Tag erwischen. Der erst 18 Jahre alte Kroate soll Superstürmer Harry Kane stoppen.
"Wenn man eine Sekunde lang nicht auf ihn aufpasst, dann nutzt Harry Kane diesen Moment eiskalt aus. Darauf müssen wir vorbereitet sein", sagte der Innenverteidiger gegenüber der Sport Bild: "Ich schaue mir Videos von ihm an, wie er seine Tore schießt, wie er sich bewegt und sich in Zweikampf-Situationen verhält."
