Daniel Thioune schaute bedröppelt drein, doch als der Trainer von Werder Bremen über Salim Musah reden durfte, fingen seine Augen ein bisschen an zu strahlen. "Man merkt, dass der Junge will", sagte der 51-Jährige über den deutschen Junioren-Nationalspieler: "Er hat gezeigt, dass er da ist und dass er es kann". Wird der bisher unbekannte Jungspund zu Werders Hoffnungsträger im Abstiegskampf?
Bremen tut sich vor den anstehenden Wochen der Wahrheit mit Partien beim 1. FC Köln und im Nordderby gegen den Hamburger SV jedenfalls weiter schwer vor dem Tor. Die Bälle wollen einfach nicht rein, trotz guter Möglichkeiten.

Bei der Pleite am Samstag gegen RB Leipzig (1:2) spielten die Grün-Weißen wieder ordentlich mit, doch in der Offensive fehlte das nötige Glück. Aber auch die Qualität. Aus "viel", sagte Thioune, habe sein Team "wenig gemacht".

Doch mit Musah – 1,98 Meter groß – schien ein Ruck durch die Mannschaft zu gehen. Der gerade erst 20 Jahre alt gewordene Angreifer war sofort nach seiner Einwechslung präsent, wollte den Ball, machte Wirbel, suchte den Weg zum Tor.
In der 82. Minute zog er ab, in der Nachspielzeit vergab er eine Top-Chance. Aber eine Minute später hatte der Youngster seine Nerven im Griff, schob zu seinem ersten Bundesliga-Tor ein. Er verhinderte so gerade noch Bremens zwölftes Saisonspiel ohne eigenen Treffer.
Match-Center: Bremen vs. Leipzig
Stürmerproblem gelöst?
Bei Keke Topp riss unlängst das Kreuzband, Jovan Milosevic hat Rückenprobleme und Victor Boniface nach seiner Knie-OP noch ein Bäuchlein – da tut einer wie Musah der Werder-Seele gut.

Zudem wurde Musah in Oldenburg in der Nähe von Bremen geboren und wird seit 2017 in der Werder-Jugend ausgebildet. "Er hat eine gewisse Überzeugung, dazu kommt eine Leichtigkeit und Unbekümmertheit", sagte Sport-Geschäftsführer Clemens Fritz: "Das ist ein Junge, der sich weiterentwickeln will, der eine unheimlich intensive Spielweise hat."
