Wirtschaftliches Loch
Dem BVB entgehen so nicht nur weitere Spiele in seinem Lieblingswettbewerb – er muss auch auf elf Millionen Euro verzichten, die es fürs Erreichen des Achtelfinales als Prämie gibt.

"Ich habe mich ehrlich gesagt mit dem Szenario vor dem Spiel nicht beschäftigt. Dieses Weiterkommen war eingeplant, die Einnahmen hatten wir eingeplant", gab Kehl zu: "Wir werden unseren Weg weitergehen und daraus unsere Schlüsse ziehen."
Nächste titellose Saison droht
Bereits am Samstag (18:30 Uhr) kommt es in der Bundesliga in Dortmund zum Duell mit Bayern München. Die Vorbereitungen beginnen ab Donnerstag, es sei ein "wichtiges Spiel. Wir wissen um die Bedeutung in der Bundesliga", sagte Kehl: "Wir werden versuchen, Bayern München zu schlagen und alles zu geben. Aber jetzt müssen wir das Spiel erstmal verarbeiten und unsere Lehren daraus ziehen."

Im DFB-Pokal war der BVB im Achtelfinale an Bayer Leverkusen gescheitert, das Aus in der Königsklasse war eine bittere Enttäuschung. Angesichts des Acht-Punkte-Rückstands auf die Bayern in der Liga droht die nächste titellose Saison. In der Saison 2020/21 hatte der BVB den Pokal gewonnen, seitdem ist er ohne großen Erfolg.
Bensebaini und Kobel als Pechvögel
Ohne organisierten Support erlebte die Borussia in Bergamo einen rabenschwarzen Abend. Bereits in der 5. Minute erzielte Gianluca Scamacca nach einem Missverständnis zwischen den Dortmundern Daniel Svensson und Ramy Bensebaini das 1:0 für die Hausherren.
Kurz vor der Pause (45. Minute) fälschte Bensebaini einen Fernschuss von Davide Zappacosta unglücklich ab, wodurch das Kopfballtor von Mario Pasalic (57.) Atalanta zum ersten Mal im Play-off in Führung brachte.

Karim Adeyemi erzielte in Minute 75 nach einer schönen Einzelaktion das Anschlusstor zum 3:1-Zwischenstand – was nach dem schwarz-gelben Heimsieg im Hinspiel (2:0) zumindest für die Verlängerung gereicht hätte.
Doch in der dritten Minute der Nachspielzeit nahm das Unglück seinen Lauf. Zunächst spielte Torhüter Gregor Kobel einen fürchterlichen Fehlpass, der in eine Klärungsaktion von Bensebaini mündete. Dabei traf der Algerier jedoch seinen Gegenspieler am Kopf – sein ohnehin verpatzter Arbeitstag endete mit einer Gelb-Rote Karte.

Der gebürtige Berliner Lazar Samardzic verwertete den Strafstoß zum 4:1-Endstand und besiegelte damit das frühe Königsklassen-Aus für den BVB.
Anschließend entschuldigte sich Kobel im DAZN-Interview für seinen folgenschweren Ausssetzer: "Fußball ist manchmal hart. Den muss ich natürlich irgendwie klären, scheißegal wie." Kapitän Emre Can nahm den Schweizer in Schutz: "Wie oft der uns in dieser Saison gerettet hat. Das tut mir leid für den Jungen."

