Aus in der Champions League: "Extreme Enttäuschung" bei Borussia Dortmund

Aktualisiert
BVB-Stürmer Fabio Silva
BVB-Stürmer Fabio SilvaREUTERS/Daniele Mascolo

Sportdirektor Sebastian Kehl hat das Aus von Borussia Dortmund in den Playoffs der Champions League "extrem enttäuscht" aufgefasst. "Ich wusste, dass es hier sehr, sehr schwer wird. Aber ich bin davon ausgegangen, dass wir eine Runde weiterkommen", sagte Kehl nach dem 1:4 (0:2) bei Atalanta Bergamo. Das 2:0 aus dem Hinspiel in Dortmund genügte nicht.

Wirtschaftliches Loch

Dem BVB entgehen so nicht nur weitere Spiele in seinem Lieblingswettbewerb – er muss auch auf elf Millionen Euro verzichten, die es fürs Erreichen des Achtelfinales als Prämie gibt. 

Schlechte Stimmung bei Sportdirektor Kehl
Schlechte Stimmung bei Sportdirektor KehlREUTERS/Karina Hessland

"Ich habe mich ehrlich gesagt mit dem Szenario vor dem Spiel nicht beschäftigt. Dieses Weiterkommen war eingeplant, die Einnahmen hatten wir eingeplant", gab Kehl zu: "Wir werden unseren Weg weitergehen und daraus unsere Schlüsse ziehen."

Nächste titellose Saison droht

Bereits am Samstag (18:30 Uhr) kommt es in der Bundesliga in Dortmund zum Duell mit Bayern München. Die Vorbereitungen beginnen ab Donnerstag, es sei ein "wichtiges Spiel. Wir wissen um die Bedeutung in der Bundesliga", sagte Kehl: "Wir werden versuchen, Bayern München zu schlagen und alles zu geben. Aber jetzt müssen wir das Spiel erstmal verarbeiten und unsere Lehren daraus ziehen."

Der BVB ist nur noch in der Bundesliga gefordert
Der BVB ist nur noch in der Bundesliga gefordertFlashscore

Im DFB-Pokal war der BVB im Achtelfinale an Bayer Leverkusen gescheitert, das Aus in der Königsklasse war eine bittere Enttäuschung. Angesichts des Acht-Punkte-Rückstands auf die Bayern in der Liga droht die nächste titellose Saison. In der Saison 2020/21 hatte der BVB den Pokal gewonnen, seitdem ist er ohne großen Erfolg.

ZUM SPIELBERICHT

Bensebaini und Kobel als Pechvögel

Ohne organisierten Support erlebte die Borussia in Bergamo einen rabenschwarzen Abend. Bereits in der 5. Minute erzielte Gianluca Scamacca nach einem Missverständnis zwischen den Dortmundern Daniel Svensson und Ramy Bensebaini das 1:0 für die Hausherren.

Kurz vor der Pause (45. Minute) fälschte Bensebaini einen Fernschuss von Davide Zappacosta unglücklich ab, wodurch das Kopfballtor von Mario Pasalic (57.) Atalanta zum ersten Mal im Play-off in Führung brachte. 

Zappacosta brachte Bergamo endgültig zurück ins Spiel
Zappacosta brachte Bergamo endgültig zurück ins SpielREUTERS/Daniele Mascolo

Karim Adeyemi erzielte in Minute 75 nach einer schönen Einzelaktion das Anschlusstor zum 3:1-Zwischenstand – was nach dem schwarz-gelben Heimsieg im Hinspiel (2:0) zumindest für die Verlängerung gereicht hätte.

Doch in der dritten Minute der Nachspielzeit nahm das Unglück seinen Lauf. Zunächst spielte Torhüter Gregor Kobel einen fürchterlichen Fehlpass, der in eine Klärungsaktion von Bensebaini mündete. Dabei traf der Algerier jedoch seinen Gegenspieler am Kopf – sein ohnehin verpatzter Arbeitstag endete mit einer Gelb-Rote Karte.

Statistiken zum Spiel
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Der gebürtige Berliner Lazar Samardzic verwertete den Strafstoß zum 4:1-Endstand und besiegelte damit das frühe Königsklassen-Aus für den BVB.

Anschließend entschuldigte sich Kobel im DAZN-Interview für seinen folgenschweren Ausssetzer: "Fußball ist manchmal hart. Den muss ich natürlich irgendwie klären, scheißegal wie." Kapitän Emre Can nahm den Schweizer in Schutz: "Wie oft der uns in dieser Saison gerettet hat. Das tut mir leid für den Jungen."

Kobel übte nach dem Schlusspfiff harsche Selbstkritik
Kobel übte nach dem Schlusspfiff harsche SelbstkritikREUTERS/Daniele Mascolo