Bei der Kaderplanung vor Saisonbeginn fiel die Wahl der Münchner Verantwortlichen letztlich auf den Kolumbianer. Während der VfB Stuttgart für Nick Woltemade eine Ablöse von über 70 Millionen Euro aufrief, ließen die Bayern von ihm und anderen, intensiv verfolgten Optionen ab und setzten stattdessen alles auf den Flügelstürmer, der im Januar 2022 nach Liverpool gewechselt war.
Dass Díaz die hohen Erwartungen erfüllen kann, bewies er bereits bei Porto und den Reds, die er mit einer beeindruckenden Bilanz von 41 Toren und 23 Assists in 148 Pflichtspielen verließ. In München knüpft er nahtlos daran an: Seine erste Saison ist mit 14 Toren und 14 Vorlagen in 24 Bundesliga-Partien sowie drei Treffern in der Champions League bereits jetzt herausragend. Einziger Wermutstropfen war ein hartes Tackling gegen Achraf Hakimi im Duell mit PSG, das seine Europapokal-Saison kurzzeitig überschattete.
Offensiver Unruheherd und die "Bromance" mit Kane
Vincent Kompany wollte Díaz von Beginn an nicht in ein starres taktisches Korsett zwängen. Stattdessen soll er als freigeistiger Unruheherd fungieren. "Ich weiß, dass ich mit dem Ball am Fuß gefährlich bin. Ich liebe es, beim Gegner für Chaos zu sorgen", erklärte Díaz jüngst in einem Interview auf der offiziellen UEFA-Seite. Für ihn seien es genau diese Momente, in denen die Abwehrreihen zittern, die einen Stürmer antreiben.
Diese individuelle Spielfreude paart er mit einer vorbildlichen Arbeitseinstellung: "Ich habe einen riesigen Siegeswillen und will mich ständig weiterentwickeln. Auf Erfolgen ruhe ich mich nicht aus." Diese Mentalität scheint perfekt zum FC Bayern zu passen.
Gegenüber dem Guardian betonte er bereits im Dezember, wie herzlich er aufgenommen wurde: "Der Klub und meine Mitspieler haben mich wie ein Familienmitglied behandelt. Das hat die Integration trotz der Sprachbarriere enorm erleichtert." Dass der Erfolg so unmittelbar kam, überraschte ihn dennoch selbst.
Ein Eckpfeiler dieses Erfolgs ist die Chemie mit Harry Kane. Díaz gerät regelrecht ins Schwärmen, wenn er über den Engländer spricht: "Ich bewundere alles an ihm. Es gibt derzeit kaum einen kompletten Stürmer wie ihn." Kane glänze nicht nur als Vollstrecker, sondern auch als Vorbereiter mit millimetergenauen 30-Meter-Pässen und einer enormen mentalen Stärke.
Blick auf das Achtelfinale gegen Atalanta
Nachdem Díaz zuletzt gegen Gladbach erneut mit einem Tor und einer Vorlage glänzte, bildet er zusammen mit Kane und Olise ein Trio, das vor Torgefahr nur so strotzt. Dahinter lauern mit Serge Gnabry und dem genesenen Jamal Musiala weitere hochkarätige Optionen.
Im anstehenden Champions-League-Achtelfinale gegen Atalanta Bergamo (Dienstag 21 Uhr/Flashscore-Audiokonferenz) gehen die Bayern als klarer Favorit ins Rennen. Obwohl die Italiener zuletzt Borussia Dortmund ausschalteten, scheint es schwer vorstellbar, dass sie auch gegen die Münchner bestehen können – zumal Atalanta dazwischen noch in der Serie A gegen Inter gefordert ist. Die Bayern, die als Sieger der Gruppenphase hervorgingen, haben ein klares Ziel: den Henkelpott, den sie zuletzt 2020 in den Händen hielten.
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