Fälschlicher Fan-Ausschluss? Britischer Polizeichef macht KI verantwortlich

Die Partie zwischen Aston Villa und Maccabi Tel Aviv fand ohne Gästefans statt.
Die Partie zwischen Aston Villa und Maccabi Tel Aviv fand ohne Gästefans statt.Nick Potts / PA Images / Profimedia

Ein britischer Polizeichef hat den Einsatz künstlicher Intelligenz für fehlerhafte Beweise verantwortlich gemacht, die zur Entscheidung führten, Fans von Maccabi Tel Aviv vom Europa-League-Spiel gegen Aston Villa auszuschließen. Die West Midlands Police hatte die Partie im November in Birmingham als Hochrisikospiel eingestuft und dies mit früheren Ausschreitungen bei internationalen Spielen begründet.

Die Entscheidung stieß auf scharfe Kritik von Premierminister Keir Starmer, woraufhin die Regierung eine unabhängige Untersuchung anordnete. Diese soll klären, ob die Polizei ihre Bewertung auf fehlerhafte oder unzureichend geprüfte Informationen gestützt hat. Das Spiel selbst fand schließlich unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen, aber ohne mitgereiste Maccabi-Fans statt.

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Besonders brisant war ein Lagebericht der Polizei, der sich auf ein angebliches Spiel zwischen West Ham und Maccabi Tel Aviv bezog – eine Begegnung, die nie stattgefunden hatte. Polizeichef Craig Guildford erklärte zunächst vor Abgeordneten, der Fehler sei durch eine einfache Internetrecherche entstanden und ohne Einsatz von KI erfolgt.

Gravierende Fehler in der Polizeiarbeit?

In einem späteren Schreiben räumte Guildford jedoch ein, dass die falsche Information aus der Nutzung von Microsoft Copilot stamme. Er entschuldigte sich formell und betonte, es habe keine Absicht gegeben, das Parlament zu täuschen. Bereits zuvor hatten niederländische Behörden Zweifel an Teilen der von der britischen Polizei herangezogenen Beweise geäußert.

Der politische Druck nahm weiter zu, als Innenministerin Shabana Mahmood die Ergebnisse der Untersuchung ankündigte und Oppositionsführerin Kemi Badenoch den Rücktritt Guildfords forderte. Laut "The Guardian" kommt der Bericht zu dem Schluss, dass der Polizei bei der Sammlung und Bewertung der Informationen mehrere gravierende Fehler unterlaufen sind.