Auf seiner angepeilten Traumreise über den Kontinent muss der VfB Stuttgart nicht lange nach geeigneten Vorbildern suchen. "Vielleicht", meinte Ex-Spieler Sami Khedira, könnten die Schwaben "den Frankfurter Weg von 2022 nachahmen" – und wie die Eintracht zum Triumph in der Europa League stürmen.
Nach dem "Statement" beim überzeugenden 4:1 in den Play-offs bei Celtic Glasgow glaubt kaum jemand ernsthaft, dass im Rückspiel am Donnerstag (18:45 Uhr/RTL und Flashscore-Audioreportage) noch etwas anbrennen könnte. Und so gehen die Blicke unweigerlich schon in Richtung Achtel-, Viertel- und Halbfinale. Ja sogar bis zum Endspiel am 20. Mai in Istanbul.
Stuttgart ist "reif für den Titel"
Der VfB – urteilte Khedira im kicker – müsse sich "definitiv nicht verstecken". Klar, die Schwaben seien angesichts der weiterhin vertretenen Top-Klubs Aston Villa, AS Rom, Olympique Lyon oder FC Porto vielleicht "nicht der absolute Top-Favorit", betonte der 38-Jährige. Aber das war Frankfurt ja auch nicht. Damals, vor vier Jahren.

Lyon, Porto, Sevilla, Leipzig, Bergamo und nicht zuletzt der damalige Viertelfinal-Gegner FC Barcelona – sie alle waren noch mit im Rennen, als die Eintracht unter Trainer Oliver Glasner zu ihrem Sturmlauf durch Europa ansetzte. Also komme, wer wolle: "Rein von der Spielanlage her, von der individuellen Qualität, der Mischung von Jung und Alt", zählte Khedira auf, "ist der VfB definitiv reif für den Titel."
An Selbstvertrauen mangelt es der Mannschaft von Trainer Sebastian Hoeneß nicht. In der Form von Glasgow seien die Stuttgarter "eine der besten Mannschaften in der Europa League", hatte Kapitän Atakan Karazor nach dem berauschenden Sieg im Celtic Park getönt.
Chabot fehlt – Auslosung am Freitag
Das überraschende 3:3 beim Tabellenletzten 1. FC Heidenheim am vergangenen Sonntag soll nicht mehr gewesen sein als ein kleiner Dämpfer, Hoeneß nahm seine Mannschaft trotz des komfortablen Vorsprungs in die Pflicht. "Es hilft keinem, wenn du irgendwie mit Ach und Krach weiterkommst, dann sind wir zwar weiter, aber ohne gutes Gefühl", sagte der Trainer, der auf den gelbgesperrten Abwehrchef Jeff Chabot verzichten muss, und ergänzte: "Wir wollen das Spiel gewinnen".

Bei der Auslosung am Freitag (13 Uhr) wären dann Porto oder Sporting Braga die möglichen Achtelfinal-Gegner. Auch der Pfad bis in ein mögliches Finale wird dann bereits festgelegt. Doch ob Nottingham Forest oder Betis Sevilla, die Roma oder Villa: Im Europapokal, meinte Khedira, brauche es auch "ein bisschen Losglück und das Momentum auf deiner Seite". Dann kann es klappen, mit dem "Stuttgarter Weg".
Match-Center: Stuttgart vs. Celtic
