Die Vorzeichen für Chelsea standen eigentlich schlecht: Nach fünf Premier-League-Niederlagen in Serie ohne eigenen Treffer musste Cheftrainer Liam Rosenior gehen. Calum McFarlane übernahm interimistisch bis zum Saisonende.
Zum Match-Center: FC Chelsea vs. Leeds United
Ganz anders die Ausgangslage bei Leeds: Daniel Farke führte seine Mannschaft erstmals seit 39 Jahren wieder in ein FA-Cup-Halbfinale, nachdem man zuvor wettbewerbsübergreifend sieben Spiele ungeschlagen geblieben war. Da beide Teams im bisherigen Turnierverlauf in jeder Partie getroffen hatten (Chelsea fegte etwa Port Vale mit 7:0 vom Platz), war ein torreiches Spiel zu erwarten. Auch das letzte Aufeinandertreffen endete in einem rasanten 2:2 an der Stamford Bridge, wobei Joao Pedro und Cole Palmer für die Blues sowie Lukas Nmecha und Noah Okafor für Leeds erfolgreich waren.
Obwohl Leeds mutig begann und bereits nach vier Minuten den ersten Abschluss verzeichnete, übernahm Chelsea schnell das Kommando. Die Blues dominierten die Anfangsviertelstunde mit fast schon absurden 82 % Ballbesitz und drückten die Gäste tief in den eigenen Strafraum.
Enzo Fernandez bricht den Bann
Besonders Alejandro Garnacho wirbelte in der ersten Hälfte und verbuchte sieben Ballkontakte im gegnerischen Sechzehner. Auch wenn der Ertrag zunächst ausblieb, blieb Chelsea am Drücker. Während Joao Pedro, Enzo Fernandez und Pedro Neto vorne für Unruhe sorgten, mussten Ethan Ampadu und Jayden Bogle im Mittelfeld Schwerstarbeit verrichten, um die Blues irgendwie in Schach zu halten.
In der 23. Minute war es dann soweit: Nachdem Pedro bereits am Aluminium gescheitert war, erzielte Enzo Fernandez die verdiente Führung. Für Leeds ein denkbar schlechtes Omen, denn Chelsea hatte in der laufenden Pokalsaison nach einer 1:0-Führung kein Spiel mehr verloren.
Sanchez rettet gegen Stach
Mit sieben Toren in der ersten Halbzeit steht Chelsea in der Pokal-Statistik nur knapp hinter Manchester City (acht). Trotz der Passsicherheit von Leeds-Akteuren wie James Justin (93,3 %) oder Jaka Bijol (89,7 %) fand die Farke-Elf zunächst kein Durchkommen.
Kurz nach dem Seitenwechsel zitterte die Stamford Bridge jedoch kurz: Robert Sanchez bewahrte Chelsea mit einer Glanzparade gegen Anton Stach vor dem Ausgleich. Fast im Gegenzug hätte Joao Pedro alles klar machen können, vertändelte den Ball im Strafraum jedoch zu leichtfertig.
Calvert-Lewin bleibt blass
Die größte Ausgleichschance vergab Dominic Calvert-Lewin nach knapp einer Stunde, als er eine Flanke völlig freistehend genau auf Sanchez köpfte. Es sollte sein einziger Ballkontakt im gegnerischen Sechzehner bleiben. Trotz offensiver Wechsel von Farke blieb der Angreifer wirkungslos und rieb sich in der Spitze zunehmend auf.

Auf Seiten der Gäste konnte lediglich Brenden Aaronson punktuell Akzente setzen. Kurioserweise verbuchte Leeds zehn Minuten vor Ende statistisch sogar mehr Abschlüsse als Chelsea (10 zu 7), doch die Qualität fehlte. Chelsea verwaltete die Führung und blieb in der Schlussphase eine halbe Stunde lang ohne eigenen Torschuss.
Caicedo sorgt für Stabilität
Dass Leeds nicht mehr entscheidend zurückschlug, lag auch an Chelseas Defensive. Während Ampadu und Aaronson im Mittelfeld fast jeden Zweikampf suchten, brachte der eingewechselte Cole Palmer Ruhe ins Spiel und neutralisierte Leeds-Verteidiger Gabriel Gudmundsson. Zum Turm in der Schlacht avancierte jedoch Moises Caicedo, dessen Passquote von über 90 % und enorme Laufarbeit dafür sorgten, dass Leeds kaum in gefährliche Räume fand. Nur zwölf Ballkontakte im Chelsea-Strafraum über die gesamte Spielzeit verdeutlichen die Harmlosigkeit der Gäste.

Am Ende fehlte dem Team von Daniel Farke schlicht die nötige Dynamik im letzten Drittel. Trotz leidenschaftlichem Einsatz – sechs Leeds-Profis bestritten eine zweistellige Anzahl an Duellen – blieb die Torgefahr überschaubar.
Chelsea zieht damit zum 17. Mal ins Finale des FA Cups ein. Dort wartet nun Manchester City – ein Gegner, gegen den die Blues seit ihrem Triumph im Champions-League-Finale 2021 auf einen Sieg warten.

