Jubel in Dunklen Zeiten für den Irak
Beinahe hätten sie gar nicht antreten können, nun aber kennt der Jubel im Irak keine Grenzen. Die dreitägige Anreise, die ein Großteil der Spieler aufgrund des Krieges in Iran erdulden musste? Die Ablehnung der angestrebten Spielverlegung? Alles vergessen nach dem 2:1 (1:1) über Bolivien beim Playoff-Turnier in Mexiko. Tief in der Nacht zu Mittwoch (MESZ) haben sich die irakischen Fußballer das letzte der 48 WM-Tickets gekrallt - und ihrem Land ein wenig Hoffnung geschenkt. "Angesichts der aktuellen Lage im Nahen Osten war es für die Spieler besonders schwer", sagte der australische Nationaltrainer Graham Arnold. Und dass er sich riesig freue. Für die Spieler und "für die 46 Millionen Iraker".
Match-Center: Irak vs. Bolivien
Schweden mit Starspieler Gyökeres in der Renaissance
Graham Potter war völlig überwältigt. "Das ist der schönste Abend, den ich im Fußball erlebt habe", sagte der Trainer der Blagult nach dem 3:2 (2:1)-Sieg gegen Polen. Auf der Pressekonferenz lauschten die beiden in Schweden geborenen Söhne des Engländers dem 50-Jährigen, der sein Team in Rekordzeit von der "totalen Schande" zum WM-Glück führte. Im Oktober, nach einer 0:1-Niederlage gegen den Kosovo noch unter Potters Vorgänger Jon Dahl Tomasson, schien für das Team der Starspieler Viktor Gyökeres und Alexander Isak alles vorbei, in der Quali-Gruppe wurde Schweden Letzter. Der Gruppensieg in der Nations League eröffnete den Skandinaviern aber eine zweite Chance über die Playoffs, die in einer Party in Stockholm endete.
Match-Center: Schweden vs Polen
Abschied einer Fußballikone?
Robert Lewandowski schlich schwer geschlagen vom Rasen der Strawberry Arena. Kurz nach dem so bitter zerplatzten WM-Traum sorgte der Starstürmer des FC Barcelona für einen weiteren Stich ins Herz der polnischen Fans. Der 37-Jährige deutete via Instagram nach dem 2:3 (1:2) in Schweden das Ende seiner Länderspielkarriere an. Er postete ein Foto, auf dem er mit Tränen in den Augen seine Kapitänsbinde in der Hand hält. Dazu läuft "Time To Say Goodbye" von Sarah Brightman und Andrea Bocelli. "Fußball ist brutal", klagte Lewandowski, der 165 Länderspiele absolviert und dabei 89 Tore erzielt hat, im polnischen Fernsehen. Seinen Rücktritt erklärte er allerdings (noch) nicht ausdrücklich.
Tschechien stürzt die Euro-Helden
Keine fünf Jahre ist es her, da wähnte sich Dänemark nach dem Halbfinaleinzug bei der EM auf dem Weg in die Weltspitze, nun reichte es nicht einmal mehr für die WM-Quali. "Ein Skandal" sei das, befand der Wolfsburger Christian Eriksen nach dem bitteren 1:3 im Elfmeterschießen (2:2, 1:1, 0:1) gegen Tschechien. Und tatsächlich: Die Dänen sind als Weltranglisten-20. nur wegen des italienischen Fiaskos nicht der namhafteste "Nicht-Teilnehmer". In Prag jubelte stattdessen der Gastgeber über eine magische Nacht. Mit großem Kampfgeist sicherten der Leverkusener Topstürmer Patrik Schick und sein Team ihrem Land die erste WM-Teilnahme seit 20 Jahren - und weckten Erinnerungen an die goldene Generation um Pavel Nedved und Tomas Rosicky.
Match-Center: Tschechien vs. Dänemark
"Halbes" WM-Debüt für die D.R. Kongo
Es ist ein WM-Debüt, und irgendwie auch wieder nicht. Erstmals hat sich die Demokratische Republik Kongo für eine Fußball-WM qualifiziert, allerdings nur unter diesem Namen. Der Vorgängerstaat Zaire war 1974 in Deutschland dabei - und in allen drei Gruppenspielen ohne Chance. 2026 soll es mit einer Truppe voller Europa-Legionäre besser laufen. Beim 1:0-Erfolg nach Verlängerung über den Außenseiter aus Jamaika erlöste Axel Tuanzebe vom FC Burnley den 110-Millionen-Einwohner-Staat in Zentralafrika. In der Hauptstadt Kinshasa ließen sich danach Zehntausende Fans ihre nächtliche Straßenparty auch von schweren Regenfällen nicht verderben.
Match-Center: D.R. Kongo vs. Jamaika
