"Final-König" Hansi Flick: Und jetzt die Champions League!

Hansi Flick greift nach höheren Zielen.
Hansi Flick greift nach höheren Zielen.Ismael Adnan / Zuma Press / Profimedia

Hansi Flick gewinnt auch sein achtes Finale als Trainer, doch der FC Barcelona hat höhere Ziele.

Nach dem nächsten Coup von "Final-König" Hansi Flick verneigte sich sogar Florentino Pérez vor dem Endspiel-Experten. Der Präsident von Real Madrid tätschelte dem Trainer des Erzrivalen FC Barcelona liebevoll die Wange, von Pérez Amtskollege Joan Laporta erfuhr Flick das größtmögliche Lob.

Der Deutsche, schwärmte Laporta nach dem spektakulären Supercopa-Triumph über die Königlichen (3:2), sei ein "meisterhafter" Trainer. Er würdigte Flick für "alles, was er und seine Mannschaft so fantastisch leisten" - und gab ihm gleich den nächsten Auftrag: "Wir möchten an den Erfolg der vergangenen Saison anknüpfen und noch etwas mehr erreichen..."

Klar, dass damit der Titel in der Champions League gemeint war. In der Königsklasse war Flick in seiner Premieren-Saison mit Barca im Halbfinale dramatisch an Inter Mailand gescheitert (3:3/3:4 n.V.). Doch mit diesem Trainer, mit diesem Team, da war und ist sich Laporta sicher, muss auch der Henkelpott drin sein.

Der Barca-Boss zeigte sich begeistert vom "spektakulären Fußball zum Genießen", zu dem "jeder" beitrage. "Wir sind wie eine große Familie. Es sind die Spieler, ihre Eltern, die Geschwister; ihnen ist es gelungen, verschiedene Kulturen zu vereinen."

"Mehr als Champions"

Als glückliche Familie präsentierte sich der Tross der Katalanen auch im Siegerflieger. Mit der riesigen Trophäe in ihrer Mitte stießen Flick, Laporta, Sportchef Deco und einige Spieler über den Wolken an. Auch Kapitän Marc-André ter Stegen, der vor einer Leihe zum FC Girona steht, durfte aufs Siegerfoto.

Flick, der im saudischen Dschiddah auch sein achtes Endspiel als Trainer siegreich bestritten hatte, schwärmte: "Es ist ein großartiges Gefühl, ein Finale gegen Real Madrid zu gewinnen. Wir haben es auf unsere Art und Weise geschafft, wie wir es als Barca tun wollen, und das macht mich umso stolzer."

Seine Mannschaft, meinte der ehemalige Bundestrainer, strotze vor Selbstvertrauen. "Wenn wir so fokussiert spielen und so konzentriert sind, habe ich ein sehr gutes Gefühl", meinte er mit Blick auf die weiteren Ziele. Die katalanische Zeitung Mundo Deportivo adelte ihn als "Final-König" und seine Elf als "Super Campeones", das Blatt Sport titelte: "Mehr als Champions".

Für Flicks unterlegenen Amtskollegen Xabi Alonso hatte die Niederlage ein Nachspiel. Real gab am Montagabend die Trennung "in gegenseitigem Einvernehmen" vom ehemaligen Leverkusener Meistermacher bekannt. Als Nachfolger wurde umgehend der frühere Profi Álvaro Arbeloa präsentiert, der die zweite Mannschaft trainiert hatte.

"Von all unseren Wettbewerben ist dieser der unwichtigste", hatte Alonso nach dem Endspiel noch betont. Die Verantwortlichen sahen das anders.