Match-Center: City vs. Arsenal
Taktikfuchs Pep Guardiola weiß ganz genau, wie er seinen Gegnern schlaflose Nächte bereitet. Für die vielleicht letzte Chance im Titelrennen griff der Katalane schon weit vor dem Anpfiff in die Trickkiste.
"Wenn sie uns schlagen, ist es vorbei. Wenn wir unentschieden spielen auch", sagte der Starcoach von Manchester City – und erhöhte vor dem wegweisenden Gigantenduell der Premier League noch einmal ganz bewusst den Druck auf Tabellenführer FC Arsenal.

Unschöne Erinnerungen
Die Rechnung vor dem Spiel der Gunners mit Nationalspieler Kai Havertz bei ManCity am Sonntag (17:30 Uhr/Sky) ist einfach: Gewinnt City (64 Punkte) gegen Arsenal (70) und auch das Nachholspiel gegen Crystal Palace, haben die Skyblues den Titel in der eigenen Hand und benötigen "nur" noch die bessere Tordifferenz.

Während sich der sechsmalige Meister Guardiola auf ein "Finale" im Heimspiel freut, weckt das Szenario bei seinem einstigen Lehrling Mikel Arteta die Angst vor einem Déjà-vu.
Vor drei Jahren schien Arsenal auf dem besten Weg zu sein, endlich in die Fußstapfen der legendären "Invincibles" um Jens Lehmann, Patrick Vieira oder Thierry Henry zu treten, die 2004 unbesiegt zur 13. Meisterschaft gestürmt waren.
Artetas Mannschaft lag 248 Tage lang vorne, bis tief in den April 2023 – dann kostete sie ein Duell mit City (1:4) den Titel. Die Durststrecke der Jahre ohne Meisterschaft ging weiter. "Es steht viel auf dem Spiel", gestand Arteta nun vor dem Showdown, aber "wir sind immer noch in einer guten Position".

Formdelle bei Arsenal
Die Gunners wanken jedoch wieder einmal zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt. Bei der 1:2-Pleite gegen den AFC Bournemouth am vergangenen Wochenende kassierte Arsenal einen schmerzhaften "Schlag ins Gesicht" (Arteta). Guardiola bekräftigte zwar, er "schaue ihnen gerne zu" und lerne dabei viel, das biedere 0:0 in der Champions League gegen Sporting Lissabon reichte aber gerade so zum Weiterkommen und nährte die Zweifel an Arsenals Titelreife. Auch die erste Runde im Machtkampf der Schwergewichte im League-Cup-Finale vor vier Wochen war an Manchester (2:0) gegangen. Immerhin verlor Arsenal aber keines der letzten fünf Ligaduelle.

Das weiß auch Guardiola und warnte: "Arsenal einmal zu schlagen, ist schwer, das haben sie die ganze Saison über bewiesen. Sie innerhalb von drei Wochen zweimal zu schlagen, ist also noch schwieriger." Der AFC zeigte sich dagegen nach der Königsklassen-Nullnummer eher trotzig ob der aufkommenden Zweifel. "Was kümmert es uns, was andere denken?", fragte Mittelfeldstar Declan Rice rhetorisch.
