Sieben Jahre älter als Trainer Hürzeler: PL-Oldie Milner überdauert die Generationen

James Milner bricht mit seiner Langlebigkeit sämtliche Rekorde in der Premier League.
James Milner bricht mit seiner Langlebigkeit sämtliche Rekorde in der Premier League.Paul Currie / Shutterstock Editorial / Profimedia

Es sind Zahlen, die selbst in der durch und durch statistischen Fußballwelt selten sind: Mit seinem nächsten Einsatz in der Premier League wird James Milner mit Gareth Barry gleichziehen und dann 653 Spiele in der Premier League in seiner Vita zu stehen haben. Eine unwirkliche Zahl, die für repräsentativ für eine unwahrscheinliche Karriere steht.

Milners Debüt in der englischen Eliteklasse datiert vom 10. November 2002. An jenem Nachmittag im Upton Park wurde der 16-jährige Milner in der 84. Minute für Jason Wilcox eingewechselt und war mit 16 Jahren und 310 Tagen der viertjüngste Premier-League-Spieler der Geschichte. Gleichzeitig wurde er zum jüngsten Spieler, der jemals für Leeds United in der höchsten Spielklasse auflief, und brach damit einen 1982 aufgestellten Vereinsrekord.

Während viele Debütanten jenes Monats kaum Spuren hinterließen (sechs von sieben kamen nicht einmal auf 25 Einsätze) begann für Milner eine beispiellose Laufbahn. Er ist der letzte verbliebene aktive Spieler aus seinem Debütspiel; die letzten Einsätze seiner damaligen Mitspieler datieren aus den Jahren 2017 und 2018. Seine Karriere überspannt Epochen.

Milner kennt fast jeden persönlich

Von über 5.000 Spielern, die jemals in der Premier League eingesetzt wurden, haben 49 Prozent entweder mit oder gegen Milner gespielt. 4,4 Prozent aller Premier-League-Debüts fanden in einem Spiel statt, an dem Milner beteiligt war. Unter den 876 Spielern mit mindestens 100 Einsätzen seit 2002/03 ist nur ein einziger, dem Milner nie begegnet ist: Nathan Collins. In drei Spielen saß Collins zwar auf der Bank des Gegners, wurde jedoch nie eingewechselt. Eine bemerkenswerte statistische Randnotiz in einer Karriere, die fast jeden einmal berührt hat.

Noch eindrucksvoller ist die sogenannte "Milner-Verbindung". Seit dem 20. März 1995 gab es keinen einzigen Premier-League-Spieltag ohne mindestens einen Spieler, der irgendwann einmal mit Milner auf dem Platz stand. Am letzten Spieltag der Saison 2022/23 hatten 285 von 300 eingesetzten Spielern irgendwann mit oder gegen ihn gespielt. 

Auch bei den Trainern sprengt Milner Dimensionen. Er spielte unter 21 verschiedenen Premier-League-Trainern – zwei mehr als jeder andere Spieler. Darunter der älteste, Bobby Robson (geboren 1933), und der jüngste, Fabian Hürzeler (geboren 1993), der einzige Trainer, der nach den ersten Spielen der modernen Premier-League-Ära 1992 geboren wurde. Zwischen Milner und Hürzeler liegt ein Altersunterschied von sieben Jahren – der größte zwischen Spieler und Trainer in der Premier-League-Geschichte.

Fast 300 Teamkollegen begleiteten Milner in seiner Premier-League-Karriere. Seine Mitspieler wurden zwischen 1968 und 2007 geboren. 14 Spieler, mit denen er gemeinsam in einem Premier-League-Spiel startete, wurden sogar nach seinem Debüt 2002 geboren. Besonders drastisch: Als sein jetziger Teamkollege Charalampos Kostoulas im Mai 2007 geboren wurde, hatte Milner bereits 138 Premier-League-Spiele absolviert.

Nächster Rekord mit Elfmetertreffer

Auch seine Tore erzählen von außergewöhnlicher Langlebigkeit. 56 Treffer erzielte Milner in der Premier League, nie mehr als sieben in einer Saison – doch mit historischer Bedeutung. Mit 16 Jahren und 356 Tagen wurde er zum jüngsten Torschützen der Liga, ehe James Vaughan diesen Rekord brach.

Jahrzehnte später erzielte er mit 39 Jahren und 239 Tagen einen Elfmeter für Brighton gegen Manchester City und wurde damit zum zweitältesten Torschützen der Geschichte sowie zum ältesten Elfmeterschützen überhaupt. Er traf gegen Torhüter, die in den 1960er bis 2000er Jahren geboren wurden – als einziger Spieler der Premier-League-Geschichte.

Und wenn er traf, blieb sein Team stets ungeschlagen: 44 Siege, 11 Unentschieden. Vielleicht wird er nicht der älteste Spieler aller Zeiten, doch der Feldspieler-Rekord von Teddy Sheringham liegt in Reichweite. Bei James Milner würde es wohl niemanden überraschen, wenn auch dieser noch fällt.