Winners & Losers: Verstummter Platzsturm, Zlatan-Kopie und Gignacs Mexiko-Abschied

York City feiert den nicht mehr für möglich gehaltenen Aufstieg in die League Two.
York City feiert den nicht mehr für möglich gehaltenen Aufstieg in die League Two.Flashscore // MI News/NurPhoto / Shutterstock Editorial / Profimedia

Das Fußball-Wochenende bot reichlich Gesprächsstoff: Vom dramatischen Aufstieg York Citys über Antonin Kinskis persönliche Genugtuung bei Tottenham bis hin zu einer verblüffenden Kopie eines Kulttores von Zlatan Ibrahimovic. Wer sind die weiteren Gewinner und Verlierer unserer traditionellen Flashscore-Rubrik?

Winner: York City

Purer Wahnsinn für beide Fanlager: In der entscheidenden Runde um den Aufstieg in die englische League Two trafen die beiden Top-Teams aufeinander. York reichte ein Remis, doch Gastgeber Rochdale traf in der fünften Minute der Nachspielzeit zum vermeintlichen Sieg. Die Heimfans stürmten nach dem Kopfballtor von Emmanuel Dieseruvwe vorzeitig den Platz.

Es dauerte quälend lange, bis das Spielfeld geräumt war – Zeit, die York für eine letzte Verzweiflungstat nutzte. In der 13. Minute der Nachspielzeit drückte Josh Stones den Ball über die Linie. Trotz heftiger Proteste bestätigte der Assistent den Treffer.

Diesmal stürmten die York-Fans den Rasen: Nach zehn Jahren kehrt der Klub in den Profifußball zurück. Rochdale bleibt immerhin die Chance über die Play-offs.

Loser: Machida Zelvia

Trotz 50-minütiger Überzahl im Finale der asiatischen Champions League stand das japanische Team am Ende mit leeren Händen da. Machida Zelvia unterlag dem saudi-arabischen Klub Al Ahli. Die Verzweiflung gipfelte in einer Slapstick-Szene, als die eingewechselten Na Sang-Ho und Yuki Soma bei einer Eckball-Variante ineinanderliefen.

Während Machida das dritte japanische Team in Folge ist, das im Finale scheitert, feierte Al Ahli um Trainer Matthias Jaissle eine historische Titelverteidigung.

Winner: Mika Godts

Bei Ajax Amsterdam keimt Hoffnung auf: Die Talentschmiede glänzt wieder. Beim 2:0-Sieg in Breda wahrte Ajax die Chance auf den zweiten Tabellenplatz und die Champions League.

Der Held des Tages war Mika Godts: Der junge Belgier startete ein Solo an der Mittellinie, tanzte drei Verteidiger sowie den Torwart aus und schob lässig ein. In den sozialen Medien wurde das Tor sofort mit Zlatan Ibrahimovics legendärem Treffer gegen denselben Gegner verglichen – die Ähnlichkeit war in der Tat verblüffend.

Loser: Sunderland

Nach der Rückkehr in die Premier League begeisterte Sunderland zunächst und klopfte nach einem Remis gegen Manchester City an die Europapokal-Plätze. Doch nun folgte der bittere Absturz. Gegen Nottingham stand es bereits zur Pause 0:4.

Der Satire-Account "FrancisChipp" meldete spöttisch einen neuen Rekord: 14.856 Fans hätten das Stadion bereits nach dem vierten Gegentor verlassen. Auch wenn die Zahl fiktiv sein mag – die Stimmung im Stadium of Light war am Tiefpunkt.

Winner: Antonín Kinský

Nach seiner demütigenden Auswechslung unter Igor Tudor bei Atlético Madrid schien Kinskýs Selbstvertrauen am Boden. Doch unter dem neuen Tottenham-Coach Roberto De Zerbi wendete sich das Blatt.

Da Stammkeeper Vicario verletzt fehlte, erhielt der Tscheche seine Chance – und lieferte ab. Beim 1:0-Sieg gegen die Wolves parierte er in der 8. Minute glänzend einen Elfmeter von Joao Gomes und sicherte den Spurs den ersten Ligasieg seit Wochen.

Loser: Esteban Andrada

Im hitzigen Aragón-Derby zwischen Huesca und Saragossa (LaLiga 2) verloren die Gäste am Ende völlig die Fassung. Zwar parierte Saragossa-Keeper Andrada zunächst einen Elfmeter, doch gegen den Nachschuss von Oscar Sielva war er machtlos.

In der Schlussminute eskalierte die Situation: Statt eine letzte Flanke zu schlagen, verstrickte sich Andrada in ein Handgemenge und schlug seinem Gegenspieler mit voller Wucht ins Gesicht. Die Folge: Rote Karten für ihn und Teamkollege Dani Tasende sowie eine schmerzhafte Niederlage im Abstiegskampf.

Winner: André-Pierre Gignac

Nach elf Jahren bei UNAL Tigres verabschiedete sich die französische Stürmerlegende André-Pierre Gignac von den mexikanischen Fans. Zu Ehren seiner Nummer 10 gab es in der 10. Minute eine beeindruckende Choreo.

Gignac kam nach der Pause ins Spiel und führte sein Team zu einem 5:1 gegen Mazatlan. Ein eigenes Tor blieb ihm trotz fünf Versuchen verwehrt, doch mit 193 Treffern in Mexiko geht er als absoluter Held in die Geschichte ein.

Loser: Kryvbas

In der ukrainischen Liga ereignete sich ein denkwürdiges Torfestival. Zur Halbzeit führte Kryvbas gegen Dynamo Kiew bereits mit 4:1, angeführt von einem Viererpack durch Gleiker Mendoza.

Doch Dynamo bewies Moral und drehte die Partie in der zweiten Hälfte komplett. Dank zweier Treffer von Altstar Andriy Yarmolenko siegte Kiew am Ende noch mit 6:5.

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