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Ein Jahr Istanbul, Trainer-Traum & Blick auf die Heimat: Ilkay Gündogan im Interview

Ilkay Gündogan spielt seit 2025 für Galatasaray.
Ilkay Gündogan spielt seit 2025 für Galatasaray.Akin Celiktas / Anadolu via AFP

Seit rund einem Jahr trägt der ehemalige DFB-Kapitän Ilkay Gündogan das Trikot von Galatasaray Istanbul. Im Exklusiv-Interview mit Sky Sport zog der 35-Jährige nun eine durchweg positive Bilanz seines ersten Jahres in der türkischen Süper Lig. Obwohl das tägliche Leben in der fußballverrückten Metropole seine Tücken bereite und er mit seiner Familie das Haus meide, um großem Rummel auszuweichen, fühle er sich wohl.

"Die Lebensqualität ist extrem hoch", betonte der Mittelfeldstratege. Nach dem vierten Meistertitel in Serie fordert Gündogan nun auch auf europäischer Bühne den nächsten Entwicklungsschritt. Er stellte klar, dass Galatasaray der größte Klub in der Türkei sei, man aber nun auch international noch einen draufsetzen müsse. Insbesondere in den Auswärtsspielen der Champions League müsse die Mannschaft künftig disziplinierter und organisierter auftreten.

Auch das frühe Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft ging an dem langjährigen DFB-Führungsspieler nicht spurlos vorbei. Gündogan berichtete, wie sehr er mit seinen früheren Teamkollegen und Bundestrainer Julian Nagelsmann mitgelitten habe, und sprach von einer "sehr, sehr großen Enttäuschung".

Trainerjob als Zukunftstraum

Gleichzeitig blickt er optimistisch in die Zukunft und sieht in Jürgen Klopp die Ideallösung für den DFB-Posten. Klopp sei derzeit der beste Mann für den Job, bringe aber naturgemäß auch einen enormen Erwartungsdruck mit sich. Gündogan unterstrich, dass man dem neuen Bundestrainer nun auch die nötige Handlungsfreiheit einräumen müsse: "Wenn man jetzt Jürgen Klopp holt, dann muss man ihm auch irgendwo eine gewisse Macht geben, gewisse Entscheidungen, die er frei treffen darf."

Hinsichtlich seiner eigenen Zukunft nach der aktiven Profikarriere lässt der 35-Jährige keinen Zweifel an seinen Ambitionen auf der Trainerbank. Er verriet, bereits die B-Lizenz erworben zu haben und diesen Weg nach seiner Spielerlaufbahn definitiv einschlagen zu wollen. Dass Guardiola ihn scherzhaft bereits als künftigen Assistenten ins Gespräch gebracht hat, nimmt Gündogan mit Schmunzeln zur Kenntnis, kann sich eine Rolle als Co-Trainer des Starcoaches aber sehr gut vorstellen.

Die Karriere-Statistik von Ilkay Gündogan
Die Karriere-Statistik von Ilkay GündoganFlashscore

Auf die Frage, welcher seiner ehemaligen Taktikgeber seine eigene Spielweise mehr geprägt habe, zog der Mittelfeldstar ein differenziertes Fazit. Klopp sei für ihn in jüngeren Jahren der Größte gewesen, während Peps Ballbesitzfußball perfekt zu seiner späteren Karrierephase gepasst habe, da es dort weniger auf Laufbereitschaft, sondern vielmehr auf strategisches Denken ankomme.

Obwohl sein Vertrag bei Galatasaray noch bis 2027 läuft, hält sich Gündogan bezüglich einer etwaigen Rückkehr nach Deutschland alle Optionen offen – insbesondere mit Blick auf seinen ehemaligen Klub 1. FC Nürnberg. Ein Comeback im Frankenland schließt er keineswegs aus, schränkte jedoch ein, derzeit wenig Lust auf ein Engagement in der 2. Bundesliga zu haben, solange er noch auf Champions-League-Niveau agieren könne.

Gündogan-Rückkehr nach Nürnberg?

Dennoch bleibe der FCN für ihn eine Herzensangelegenheit. "Natürlich kann ich mir vorstellen, irgendwann zurückzukehren, in welcher Rolle auch immer", so der Ex-Nationalspieler. Ob dies in ein paar Jahren noch einmal als aktiver Spieler oder später im Management beziehungsweise im Trainerstab geschehen könnte, hänge von künftigen Gesprächen ab.

Zum Abschluss warf der Routinier noch einen Blick auf die kommende Bundesliga-Saison und äußerte eine Einschätzung zum Meisterschaftsrennen. Wer auf einen engen Kampf an der Spitze hofft, dürfte von Gündogans Prognose wenig begeistert sein – er sieht den FC Bayern München meilenweit vor der Konkurrenz. "Die Bayern werden nichts anbrennen öassen und auch in dieser Saison durch die Liga marschieren", stellte er klar. 

Der Rekordmeister sei schlichtweg das Nonplusultra in Deutschland. In der derzeitigen Konstellation aus Trainer, Mannschaft und Führungsetage sehe er kein Potenzial für Patzer der Münchner, aus denen Verfolger wie Borussia Dortmund Kapital schlagen könnten.