Fußballer würden "oft nur noch als 'Maschine' wahrgenommen, die am Spieltag funktionieren muss", klagte Gündogan und erklärte: "Man hat eigentlich nie wirklich Feierabend von diesem Druck; er schwingt immer im Hintergrund mit, egal wo man ist. Man muss erst lernen, sich den Kern seiner eigenen Persönlichkeit zu bewahren, damit man nicht nur über seine Leistung definiert wird."
Überhaupt sieht der 35 Jahre alte Mittelfeldspieler von Galatasaray eine "immer stärker werdende Brutalität des ganzen Geschäfts. Von Zero to Hero und umgekehrt wird gefühlt von Jahr zu Jahr extremer. Damit steigen die mentalen Herausforderungen, vor allem für junge Spieler und deren Umfelder."
Spiel "mit Zeit und Raum"
Einen "guten Spieler" erkennt Gündogan "an seinem ersten Kontakt und seiner Orientierung im Raum, noch bevor der Ball ihn erreicht. Ein guter Spieler spielt nicht nur den Ball, er spielt mit der Zeit und dem Raum."
Und der beste ist, natürlich: Lionel Messi. "Er entzieht sich jeder taktischen Logik. Man kann ihn 80 Minuten lang kontrollieren, und in den restlichen zehn zerstört er das gesamte taktische Konstrukt." Einen wie Messi, meinte Gündogan, werde es wohl "auf Jahrzehnte hinaus nicht mehr geben".
