Mit der Elfenbeinküste wartet auf die deutsche Nationalmannschaft der wohl stärkste Gegner der Gruppe. Die "Elefanten" gehören seit Jahren zur Spitze des afrikanischen Fußballs und reisen mit reichlich Selbstvertrauen zur Weltmeisterschaft 2026. Nach dem sensationellen Gewinn des Afrika-Cups 2024 und einer souveränen WM-Qualifikation zählt die Mannschaft zu den gefährlichsten Teams außerhalb Europas und Südamerikas.
Starke Ergebnisse vor der Weltmeisterschaft
Die Formkurve der Ivorer zeigte in den Monaten vor der Weltmeisterschaft nach oben. Im März gelangen überzeugende Testspielsiege gegen Südkorea (4:0) und Schottland (1:0). Besonders die offensive Durchschlagskraft und die körperliche Präsenz machten dabei Eindruck. Zwar verlief der Afrika-Cup Anfang 2026 mit dem Viertelfinal-Aus nicht wie erhofft, insgesamt präsentierte sich die Mannschaft jedoch konstant und gefestigt.
Vor allem defensiv gehört die Elfenbeinküste mittlerweile zu den stabilsten Teams Afrikas. Die Mannschaft kombiniert Athletik mit individueller Klasse und verfügt über zahlreiche Spieler, die auf höchstem europäischem Niveau aktiv sind.

Dass die "Elefanten" auf dem höchsten Niveau mithalten können und absolute Spitzenteams auch schlagen können, bewiesen sie zuletzt beim 2:1-Sieg gegen eine nahezu bestbesetzte französische Nationalmannschaft. Schon davor hatte Nationaltrainer Emerse Emerse Faé gesagt: "Ich glaube, die Elfenbeinküste hat das Potenzial, etwas Außergewöhnliches zu erreichen. Wieso sollten wir uns nicht das Finale vornehmen?"
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Statt noch einmal gegen eine andere Nation zu testen, spielten die Ivorer vor geschlossenen Türen gegen Philadelphia Union II und siegten souverän mit 2:0.
Kontinuität statt Trainerwechsel
Im Gegensatz zu vielen anderen WM-Teilnehmern blieb die Elfenbeinküste vor dem Turnier von Trainerdiskussionen verschont. Nationaltrainer Faé sitzt fest im Sattel. Der ehemalige Nationalspieler übernahm die Mannschaft während des Afrika-Cups 2024 zunächst als Interimslösung. Im letzten Gruppenspiel hatten die Ivorer mit 4:0 gegen Äquatorialguinea verloren, nur über den dritten Platz reichte es für den K.-o.-Runde.
Jean-Louis Gasset, bis dato für die Geschicke des Teams verantwortlich musste vor den weiteren Spielen seinen Stuhl räumen. Faé übernahm und führte die Elfenbeinküste überraschend zum Titel. Seitdem entwickelte er sich zu einer der prägenden Figuren des ivorischen Fußballs.

Auch die WM-Qualifikation verlief unter seiner Führung nahezu makellos. Die Elfenbeinküste blieb in zehn Qualifikationsspielen ungeschlagen und kassierte dabei kein einziges (!) Gegentor.
Die Starspieler: Europa-Erfahrung in allen Mannschaftsteilen
Der prominenteste Name im Kader ist Mittelfeldspieler Franck Kessié. Der ehemalige Profi von Barcelona und AC Mailand ist das Herzstück der Mannschaft. Seine Zweikampfstärke, seine Führungsqualitäten und seine Erfahrung machen ihn zu einem der populärsten Spieler Afrikas.
In der Offensive ruhen viele Hoffnungen auf Sébastien Haller. Der ehemalige Stürmer von Eintracht Frankfurt und Borussia Dortmund verfügt noch immer über enorme Abschlussqualitäten und kann Spiele mit einer einzigen Aktion entscheiden. Unterstützt wird er von schnellen Flügelspielern wie Simon Adingra und Nicolas Pépé. Auch defensiv ist die Mannschaft hervorragend besetzt. Innenverteidiger Odilon Kossounou (ehemals Bayer 04 Leverkusen) und Torhüter Yahia Fofana sorgen für Stabilität und gehören zu den Garanten der jüngsten Erfolge.
Aus deutscher Sicht ist Yan Diomande einer der bekanntesten Namen bei den Ivorern. Nach seiner überragenden Premieren-Saison in Leipzig (13 Tore und neun Assists in allen Wettbewerben), ist er inzwischen nicht mehr aus der Startelf wegzudenken und wird Joshua Kimmich im direkten Duell vor einige Aufgaben stellen.
Seine Dribbelstärke und sein Tempo machen ihn schwer ausrechenbar. An einem guten Tag kann Diomande so mit wenigen Aktionen Spiele für sein Team entscheiden. Und für die WM hat er sich Einiges vorgenommen: "Ich bin hier, um Geschichte zu schreiben", führte er vor Turnierbeginn im Kicker-Interview aus. "Wir haben unsere Ambitionen und werden gegen alle Teams zu 100% angreifen, auch gegen Deutschland, die noch immer eine der besten Mannschaften der Welt sind."

Bazoumana Toure von der TSG Hoffenheim ist aktuell aufgrund der Fülle der Flügeloptionen nicht zwingend gesetzt - ein Indiz für die Qualität bei den "Elefanten" in den meisten Mannschaftsteilen. Toure spielte bei den Kraichgauern ebenfalls seine Break-out-Saison und steuerte fünf Tore und neun Vorlagen zum starken fünften Platz bei. Er ähnelt Diomande in seiner Spielweise und sollte von der deutschen Defensive nicht aus den Augen gelassen werden.
Der Weg zur WM: Ohne Gegentor nach Nordamerika
Die Qualifikation verlief beeindruckend souverän. In zehn Spielen blieb die Elfenbeinküste ungeschlagen, gewann sieben Partien und spielte dreimal unentschieden. Besonders bemerkenswert: Während der gesamten Qualifikation kassierte die Mannschaft kein einziges Gegentor. Mit 25 erzielten Treffern und einer makellosen Defensive sicherten sich die "Elefanten" frühzeitig und souverän das Ticket für die Weltmeisterschaft.
Diese Bilanz verdeutlicht die größte Stärke des Teams. Die Elfenbeinküste verfügt nicht nur über individuelle Klasse, sondern auch über eine hervorragende Organisation. Für Deutschland dürfte die Begegnung deshalb die wohl schwierigste Aufgabe der Gruppenphase werden.
Zum Match-Center: Deutschland vs. Elfenbeinküste
Bemerkenswert dabei: Trotz 25 erzielter Treffer in der Quali verteilten sich diese auf viele Schultern. Kein ivorsicher Akteur erzielte mehr als drei Treffer, was das Team durchaus unberechenbar macht, im Gegenzug aber auch bedeutet, dass ein klassischer Torjäger wie ihn Ägypten oder Algerien mitbringen, fehlt. Dennoch, die Offensive ist das absolute Prunkstück der "Elefanten", bringen alle Optionen doch überragende Dribbling- und Sprintfähigkeiten mit.
Deutschlands vielleicht härtester Gruppengegner
Die Elfenbeinküste verbindet körperliche Stärke mit technischer Qualität und internationaler Erfahrung. Viele Spieler stehen in Europas Topligen unter Vertrag und haben bereits große Turniere bestritten. Anders als klassische Außenseiter wird sich das Team nicht verstecken, sondern Deutschland aktiv fordern.
Für die DFB-Elf könnte dieses Spiel bereits richtungsweisend für den weiteren Turnierverlauf werden. Die "Elefanten" besitzen das Potenzial, jede Mannschaft der Welt vor Probleme zu stellen.
Schlüsselfakten zu Ecuador
WM-Teilnahmen: 5. Teilnahme (2002, 2006, 2014, 2022, 2026)
Bestes WM-Ergebnis: Achtelfinale 2006
Trainer: Emerse Faé, FIFA-Weltranglisten-Position: 34
Wertvollster Spieler: Yan Diomandé (90 Mio. Euro Marktwert)
Players to watch: Yan Diomandé, Bazoumana Touré, Amad Diallo, Evann Guessand, Ange-Yoan Bonny
Kader-Marktwert: 522,10 Mio. Euro
