In Europa hoffen 16 Mannschaften in den kontinentalen Playoffs auf eines von vier Tickets – sie haben sich ihre Teilnahme als Gruppenzweite der Qualifikation oder über die Nations League verdient. Hinzu kommen sechs Teams aus allen Teilen der Welt, die in einem Playoff-Turnier in Mexiko zwei Startplätze ausspielen.
Wie ist der Modus?
Keine Rückspiele, keine zweite Chance – es geht direkt zur Sache. Am Donnerstag steht eine Art Halbfinale an, am Dienstag dann fällt im finalen Spiel die Entscheidung. Nur wer zwei Partien gewinnt, fährt zur WM. Ausnahme: Bei den interkontinentalen Playoffs sind die DR Kongo und der Irak bereits für die Finalspiele gesetzt.
Schafft es Italien diesmal zur WM?
Es käme einer Erlösung gleich – und böte die Chance, im Sommer eine 20 Jahre lange Durststrecke zu beenden. Seit dem WM-Titel 2006 hat der viermalige Titelträger das Scheitern rund um das wichtigste Turnier der Welt zur Kunstform erhoben. 2010 und 2014 schied man sieglos in der Vorrunde aus, 2018 und 2022 verpassten die Italiener dann gar die Qualifikation und stürzten eine stolze Fußballnation ins Tal der Tränen.
Kein Wunder, dass nach der verpassten direkten Qualifikation (Platz zwei hinter Norwegen) nun erneut die Angst umgeht. Die Qualität sollte für das Team von Gennaro Gattuso eigentlich ausreichen – doch nach dem angepeilten Heimsieg über Nordirland würde ein kniffliges Duell in Wales oder in Bosnien-Herzegowina warten.
Welche Großen müssen noch zittern?
Etwa die hochveranlagten Schweden. Das Team mit dem 300 Millionen Euro teuren Sturm rund um den derzeit verletzten Alexander Isak spielte eine katastrophale Quali-Runde, rettete sich aber über die Nations League in die Playoffs. Auch der EM-Halbfinalist von 2021 aus Dänemark und die Türkei stehen unter Erfolgsdruck. Schalkes bosnischer Starstürmer Edin Dzeko will mit der zweiten WM-Teilnahme seine internationale Karriere krönen.
Wer sorgt für eine Sensation?
Curacao, Haiti und Panama sind schon dabei, beim Playoff-Turnier in Mexiko könnten mit Neukaledonien oder Suriname noch zwei weitere WM-Neulinge hinzukommen. Auch Jamaika hofft noch auf eine Überraschung, als Favoriten gelten aber die DR Kongo und der Irak.
Was macht der Iran?
Der Iran soll beim Turnier im Sommer in der Vorrunde in Los Angeles gegen Neuseeland und Belgien antreten, danach in Seattle gegen Ägypten. Doch was passiert, wenn sich das Land wegen des Krieges zurückzieht? Die Statuten beim Weltverband sind für einen solchen Fall, den es zuletzt vor 76 Jahren gegeben hat, recht vage.
So könnte das Iran-Ticket an ein Team aus dem asiatischen Kontinentalverband gehen, in dem Fall gelten der Irak – sollte dieser sein Playoff-Turnier-Finale verlieren – oder die Vereinigten Arabischen Emirate als aussichtsreichste Kandidaten. Theoretisch könnte die FIFA im Fall der Fälle aber auch Italien nachrücken lassen.
Wo gibt es die Spiele zu sehen?
Die WM-Qualifikation wird wie gewohnt von DAZN übertragen, neben den Einzelspielen bietet der Streamingdienst von den Entscheidungen aus Europa auch eine Konferenz an.
