Kein Politik in der Kabine: DFB möchte Katar-Fehler nicht wiederholen

DFB-Sportdirektor Rudi Völler (l.) und Geschäftsführer Andreas Rettig (r.)
DFB-Sportdirektor Rudi Völler (l.) und Geschäftsführer Andreas Rettig (r.)ČTK / imago sportfotodienst / Sebastian Bach

Geschäftsführer Andreas Rettig will die Fehler des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) bei der WM 2022 in Katar nicht wiederholen. "Ich denke, dass wir aus Katar gelernt haben. Du musst die Themen, die in der Kabine zu Diskussionen und Störfaktoren führen können, vorher abräumen", sagte Rettig im Interview mit dem Bonner General-Anzeiger.

Daher hat er sich gemeinsam mit Sportdirektor Rudi Völler auch schon mit Kapitän Joshua Kimmich und dessen Stellvertreter Jonathan Tah getroffen.

"Wir haben den Jungs gesagt: Natürlich darf sich jeder äußern. Ich maße mir nicht an, erwachsenen Menschen vorzuschreiben, was sie öffentlich sagen. Wenn ein Thema auftaucht, werden wir das aus Verbandssicht kommentieren, das kann ich machen. Wir dürfen solche Themen aber nicht auf die Spieler abladen", sagte Rettig.

Redeverbot gibt es für Kimmich nicht – aber klare Richtlinien
Redeverbot gibt es für Kimmich nicht – aber klare RichtlinienREUTERS/Heiko Becker

Bei der WM vor vier Jahren hatte der DFB politische Themen nicht frühzeitig abgeräumt und damit auch die Mannschaft belastet. Das DFB-Team scheiterte wie schon 2018 in der WM-Vorrunde. Vor dem XXL-Turnier im Sommer (11. Juni bis 19. Juli) in den USA, Mexiko und Kanada gibt es aufgrund der Politik von US-Präsident Donald Trump erneut viele Diskussionen.

"Ich rate den Jungs gar nichts, außer gut Fußball zu spielen. Wenn sie Orientierung brauchen, werden wir ihnen natürlich einen Rat geben. Aber ganz sicher nicht ungefragt. Während der WM sollte der Fokus auf dem Sportlichen liegen", sagte Rettig.

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