Winner: Türkei
Die Qualifikation der Türken für die Weltmeisterschaft ist keine Überraschung – sie waren in beiden Spielen Favorit, hatten das Glück, zu Hause gegen das potenziell gefährliche Rumänien zu spielen, und die Reise in den Kosovo wurde – obwohl umkämpft – gewonnen.
Großer Zufall: In beiden Spielen entschied ein Tor in der 53. Minute über den Ausgang des Spiels. In Istanbul war es Ferdi Kadioglu und in Pristina traf Kerem Aktürkoglu.
Loser: Italien
Vor 20 Jahren jubelten die Italiener über den Gewinn der WM. Wer hätte erwartet, dass sie nach dem Sieg in Deutschland ihre schlimmste Zeit erleben würden? 2010 und 2014 schieden sie in der Gruppenphase aus, 2018 und 2022 nahmen sie gar nicht erst teil.
Nachdem sie vom phänomenalen Norwegen in die Play-offs gedrängt wurden, hatten sie einen scheinbar leichten Weg. Nordirland und schließlich Bosnien und Herzegowina schienen machbare Lose zu sein.
Das Halbfinale gewann man nach langem Kampf, doch das Rückspiel glich einer Fortsetzung des Fluchs der letzten Qualifikationsspiele. Selbst eine Führung nach einem Tor von Moise Kean reichte nicht aus, um die Qualifikation zu sichern. Erst die rote Karte für Bastoni, dann ein Hagel von bosnischen Schüssen und die verpassten Chancen der Italiener. Und schließlich das Elfmeterschießen, das zum Sargnagel wurde.
Winner: Ladislav Krejci
Was für eine Länderspielpause für Krejci! Vor dem Halbfinale am Donnerstag wurde er zum neuen Kapitän der tschechischen Nationalmannschaft ernannt und erfüllte seine Aufgabe mit Bravour. Gegen Irland erzwang er spät die Verlängerung und traf später auch im Elfmeterschießen.
Im Endspiel gegen Dänemark traf er dann in der Verlängerung, und obwohl er im Elfmeterschießen nicht verwandelte, geht er als erst zweiter Verteidiger mit zwei Toren in den Play-offs in die Geschichte ein. Seine unermüdliche Defensivarbeit mit vielen Läufen und gewonnenen Zweikämpfen hielt die Tschechen in Letna im Spiel und trug maßgeblich zur Qualifikation bei.

Loser: Robert Lewandowski
Polen schien auf dem besten Weg, eine 96-jährige Durststrecke ohne Sieg in Schweden zu beenden. Vom späten Gegentor werden sich die Spieler in Rot jedoch lange Zeit erholen müssen.
Robert Lewandowski war der Erste, der sich den Fans näherte, und viele von ihnen warteten darauf, was er mit der Kapitänsbinde machen würde, die er schnell von seiner Schulter nahm. Es sollte seine letzte WM werden, aber es war ein Traum, von dem er sich verabschieden musste.
Dies machte er deutlich, indem er nach der Niederlage auf Instagram einen Post mit dem Song "Time to say goodbye" unterlegte. Wollte er damit noch etwas anderes sagen? "Ich muss darüber nachdenken, was als Nächstes kommt", sagte er nach dem Spiel. Es wäre ein doppelter Schlag, wenn der langjährige Bayern-Stürmer die Entscheidung getroffen hätte, sich von der Nationalmannschaft zu trennen.
Winner: Viktor Gyökeres
In der Nations League traf er wie er wollte, aber Schwedens WM-Qualifikation war ein Desaster. Zwei Unentschieden und nur drei Spiele mit einem Tor. Viktor Gyökeres' Leistung in der Qualifikationsgruppe? Null. Deshalb hofften die ukrainischen und polnischen Fans, dass die Schweden ohne die Tore ihres größten Stars Probleme bekommen würden.
Doch es kam anders – der Stürmer des FC Arsenal erzielte drei Tore gegen die Ukraine und dann das entscheidende gegen Polen. Die Schweden schafften es über die Nations League in die Play-offs, konnten sich aber vor allem dank des Instinkts des 27-Jährigen durchsetzen.
Loser: England
Obwohl die Teilnahme an der WM länger als bei fast allen anderen feststeht, beendet England die Länderspielpause in einer Stimmung, die weit von den Erwartungen entfernt ist. Im Herbst haben sie mit einem Torverhältnis von 19:0 in sechs Spielen alle ihre Konkurrenten in Grund und Boden gestampft.
Und im Frühjahr? Erst holte Fede Valverde für Uruguay in der Nachspielzeit ein 1:1-Unentschieden, und am Dienstagabend schlug Japan die Gastgeber nach einem Treffer von Kaoru Mitoma mit 1:0.
Insgesamt verfolgten rund 160.000 Fans die beiden Spiele im Wembley-Stadion – und haben im Vorfeld der Weltmeisterschaft jetzt wohl mehr Fragen zur Form der Three Lions als Antworten.
