Das Warten hat ein Ende! Die Mannschaft von Ralf Rangnick startet am 17. Juni in den USA in die erste Weltmeisterschaft seit fast drei Jahrzehnten. Für Österreich bietet sich damit die Chance, eine der stärksten Generationen der jüngeren ÖFB-Geschichte auf die größte Bühne des Fußballs zu bringen.
Zwischen Pazifikküste und Wüstenhitze warten auf David Alaba, Konrad Laimer und Co. nicht nur ungewohnte Bedingungen, sondern auch spannende Herausforderungen. Mit Weltmeister Argentinien um Superstar Lionel Messi, den ambitionierten Algeriern und WM-Neuling Jordanien hat es die Gruppe J in sich. Euphorie und Erwartungen sind hoch – und das durchaus berechtigt.
Basislager am Pazifik
Ihr Quartier in Kalifornien hat die österreichische Auswahl bereits bezogen. Im luxuriösen „Ritz-Carlton Bacara“ in Goleta bereitet sich das Team auf die Endrunde vor. Trainiert wird an der University of California, Santa Barbara.
„Santa Barbara war für mich der absolute Wunschort – wegen der erstklassigen Trainingsbedingungen und wegen des perfekten Umfelds, das auf die Mannschaft wartet“, erklärte Rangnick bei der Wahl des Teamcamps.
Nach einer langen Saison stehen zunächst die Regeneration und Belastungssteuerung im Vordergrund. Mehrere Kicker, darunter David Alaba, Marko Arnautović und Marcel Sabitzer, wurden zuletzt nur dosiert belastet. Größere Wehwehchen gibt es im ÖFB-Lager allerdings nicht.

Eine Mannschaft mit klarer Handschrift
Seit Rangnicks Amtsantritt hat Österreich eine bemerkenswerte Entwicklung durchgemacht. Aggressives Pressing, hohe Intensität und ein mutiges Auftreten gegen größere Nationen sind zum Markenzeichen geworden. Die Mannschaft vereint Erfahrung mit neuen Impulsen und sorgte bereits bei der EM 2024 für Aufsehen. Nach der sensationellen Qualifikation soll nun erstmals wieder eine K.-o.-Phase bei einer WM erreicht werden. Mit der Auslosung zeigte sich Rangnick zufrieden: „Ich finde es eine richtig spannende Auslosung gegen Gegner, wo man nicht so richtig weiß, woran man ist.“

Messi als Höhepunkt, Algerien als Schlüsselspiel
Der große Name in Gruppe J ist zweifellos Argentinien. Der Titelverteidiger reist erneut mit Lionel Messi an und zählt trotz personeller Veränderungen zu den erweiterten Favoriten auf den WM-Titel. Für Österreich dürfte das Duell im riesigen AT&T Stadium von Dallas der Höhepunkt der Gruppenphase werden.
Sportlich wichtiger könnten allerdings die Duelle mit Jordanien und Algerien werden. Gegen letztere wird Österreich aller Voraussicht nach direkt um den Aufstieg kämpfen. Die Nordafrikaner verfügen über viel Qualität in der Offensive, zeigen in der Defensive aber immer wieder Schwächen. Spieler wie Amine Gouiri, Mohamed Amoura oder Ibrahim Maza können den Unterschied ausmachen.
Zum Auftakt wartet mit Jordanien der einzige WM-Debütant der Gruppe. Die „Tapferen“, wie sich das Team selbst nennt, reisen mit großer Euphorie zur ersten Weltmeisterschaft ihrer Geschichte. Mit einem ähnlichen Kaderwert wie der Wolfsberger AC gelten sie jedoch als Außenseiter. Das erste Spiel könnte bereits die Richtung vorgeben.
Der Spielplan des ÖFB-Teams
17. Juni 2026, Levi's Stadium, San Francisco Bay Area
06:00 Uhr (MESZ)
22. Juni 2026, AT&T Stadium, Dallas/Arlington
19:00 Uhr (MESZ)
28. Juni 2026, Arrowhead Stadium, Kansas City
04:00 Uhr (MESZ)

Von der Bay Area bis Kansas City
Die Gruppenphase führt Österreich quer durch die amerikanische Sportlandschaft. Es warten drei Arenen, die normalerweise dem American Football vorbehalten sind: das Stadion der San Francisco 49ers in der Bay Area, das imposante AT&T Stadium bei Dallas und das legendäre Arrowhead Stadium in Kansas City. Insgesamt bieten sie Platz für weit über 200.000 Zuschauer:innen und zählen zu den bekanntesten Sportstätten Nordamerikas. Für viele ÖFB-Spieler wird allein die Atmosphäre dieser NFL-Tempel Neuland sein.
Die Chance auf den Aufstieg
Argentinien geht als Favorit in die Gruppe J, dahinter scheint vieles offen. Algerien bewegt sich auf Augenhöhe mit Österreich, Jordanien könnte zum unangenehmen Stolperstein werden. Die Voraussetzungen für den Aufstieg sind da.
Nach 28 Jahren Abstinenz ist Österreich wieder auf der größten Fußballbühne der Welt dabei. Und diesmal reist die Nationalmannschaft nicht nur mit Vorfreude an die amerikanische Westküste, sondern auch mit realistischen Hoffnungen auf ein Weiterkommen.
