Drei Spiele, nur ein Gegentor – Österreichs Defensivbilanz im bisherigen Länderspieljahr kann sich sehen lassen. Nach den Siegen gegen Ghana (5:1), Südkorea (1:0) und Tunesien (1:0) reist das Nationalteam mit viel Selbstvertrauen zur Weltmeisterschaft in die USA.
Einen wesentlichen Anteil daran hat neben der gesamten Defensive auch das Torhüterteam. Alexander Schlager, Patrick Pentz und Florian Wiegele bilden im WM-Camp in Santa Barbara eine Einheit, in der Konkurrenzdenken bewusst in den Hintergrund rückt.
„Es ist extrem wichtig, dass wir miteinander funktionieren“, betont Pentz. Gerade bei einem Turnier wie einer Weltmeisterschaft gehe es nicht um individuelle Interessen, sondern um den gemeinsamen Erfolg.
Wiegele, der erst im März erstmals ins Nationalteam berufen wurde, hebt vor allem die offene Atmosphäre hervor. Der 2,05 Meter große Schlussmann fühlt sich trotz seiner kurzen Teamvergangenheit bestens integriert.
Schlager geht als Nummer eins ins Turnier
Für Alexander Schlager ist die Rolle klar verteilt. Der Salzburg-Torhüter wird als Stammkeeper in die Weltmeisterschaft gehen und erhält damit die Chance, ein Turnier zu erleben, das ihm vor zwei Jahren noch verwehrt geblieben war. Die Europameisterschaft 2024 musste er verletzungsbedingt verpassen.
„Das ist natürlich ein schönes Gefühl“, sagt Schlager über seine Position als Nummer eins. Gleichzeitig stellt er klar, wie wichtig das Zusammenspiel innerhalb der Torhütergruppe ist. „Ohne meine Kollegen um mich herum wäre das so gar nicht möglich.“
Besonders die unterschiedlichen Persönlichkeiten innerhalb des Trios sieht der 29-Jährige als Stärke. „Ich glaube, dass wir als Charaktere sehr, sehr gut ineinandergreifen. Flo ist neu dabei, aber schon sehr weit und sehr ruhig. Pentzi hat schon so oft bewiesen, was er draufhat.“
Pentz und Wiegele unterstützen Schlager
Während Schlager die EM 2024 verpasste, stand damals Patrick Pentz zwischen den Pfosten. Dass er nun hinter Schlager die Nummer zwei ist, sorgt jedoch für keinerlei Unruhe.
„Ich kann das genauso genießen wie bei der EM auch“, erklärt Pentz. „Jeder will natürlich spielen, das ist ganz normal. Wir stehen aber voll hinter Gassi und werden ihn zu hundert Prozent supporten.“

Diese Einstellung spiegelt den Geist wider, den das Torwartteam im gesamten Lehrgang vermittelt. Statt interner Rivalität steht der gemeinsame Erfolg im Vordergrund.
Für Wiegele ist die Teilnahme an der Weltmeisterschaft ohnehin ein besonderer Meilenstein. Der Torhüter feierte erst im März gegen Ghana sein Debüt im Nationalteam und gehört nun bereits zum WM-Kader. Auf seine Größe angesprochen, bleibt der Steirer allerdings bodenständig. „Für mich ist das kein Rekord, sondern ein Fakt. Ich bin froh dabei zu sein, aber es ist jetzt nicht so, dass es mich stolz macht, groß zu sein.“
Fokus auf den WM-Auftakt gegen Jordanien
Während die Torhüter weiter intensiv mit dem Team in Santa Barbara arbeiten, rückt der WM-Start immer näher. Am 17. Juni wartet in San Francisco das erste Gruppenspiel gegen Jordanien. Danach folgen die Duelle mit Argentinien und Algerien.
Mit einer stabilen Defensive und einem Torhüterteam, das sich gegenseitig stärkt statt Konkurrenzkämpfe auszutragen, will Österreich die Basis für ein erfolgreiches Turnier legen. Die Botschaft der drei Schlussmänner ist dabei eindeutig: Der Erfolg des Teams steht über allem.
