Genau genommen war Schmid von der Normalschanze sogar nur auf Rang 16 gelandet, so schlecht wie seit ihrem Olympia-Debüt 2014 nicht mehr - nach jeweils Silber 2018 und 2022 eine herbe Enttäuschung. "Ich war vielleicht nicht ganz so locker. Aber wer ist schon bei Olympia locker?", sagte die 29-Jährige. Der erhoffte Schwung durch die Eröffnungsfeier, bei der sie 24 Stunden zuvor das deutsche Predazzo-Team angeführt hatte, blieb aus.
Und nicht nur das: An einem für das deutsche Team gebrauchten Abend wurde Schmid hinter Selina Freitag (7.) und Agnes Reisch (9.) nur drittbeste Deutsche. Damit ist auch ihr Platz im Mixed am Dienstag (18.45 Uhr/ZDF und Eurosport) mehr als fraglich, dort starten pro Nation zwei Frauen und zwei Männer.
Schmid ist Medaillen gewohnt
Weil Reisch über Rückenprobleme klagt, hat Schmid zumindest noch eine kleine Chance. "Wir werden uns in Ruhe anschauen, wie fit die Athletinnen sind und wie die nächsten Tage werden", sagte Heinz Kuttin. Nominieren muss der Bundestrainer erst am Montagabend nach dem Wettkampf der Männer. Klar ist für Kuttin: "Wir wollen im Mixed endlich eine Medaille." 2022 in Peking gab es die nicht - weil ausgerechnet Schmid disqualifiziert wurde.
Verpasst sie nun die Chance auf Wiedergutmachung? Seit ihrer WM-Premiere 2015 hat die Oberstdorferin an jedem Großereignis teilgenommen, ohne Medaille blieb sie nur bei der WM 2017. Damals musste sie zusehen, wie Carina Vogt und Svenja Würth im Mixed an den Start gingen und Gold holten.
Ihren letzten großen Wettkampf wird Schmid dann am Samstag bestreiten, wenn erstmals eine Olympiasiegerin von der Großschanze gekürt wird. Eine Medaille dort wäre eine Überraschung. Weltmeisterin Nika Prevc, die vom kleinen Bakken "nur" Silber hinter der Norwegerin Anna Odine Ström holte und daraufhin in Tränen ausbrach, geht als klare Favoritin an den Start.
Zunächst aber war für Schmid nach den emotionalen ersten Olympia-Tagen ein wenig Ruhe angesagt. Sie werde erst einmal "gut essen und gut schlafen", sagte sie, am Montag steht dann "ein bisschen Volleyball" mit den Teamkolleginnen auf dem Programm. Ob Schmid danach erst einmal frei hat, wird sich noch zeigen.
