Die Rückkehr des fünffachen Major-Siegers sorgte bereits im Vorfeld für große Aufmerksamkeit. Koepka hatte seit dem WGC Match Play 2022 (abgesehen von Major-Turnieren) kein Event der PGA Tour mehr bestritten, nachdem er zur umstrittenen, von Saudi-Arabien unterstützten LIV Golf League gewechselt war.
Auf dem anspruchsvolleren South Course kam Koepka noch nicht richtig ins Rollen. Eine 73 (+1) spiegelte wider, dass ihm nach rund 14 Wochen ohne Wettkampfrunde noch etwas die Feinabstimmung fehlte. Dennoch zeigte sich der Amerikaner zufrieden und hob vor allem den positiven Empfang der Fans hervor, der ihm half, die Nervosität am ersten Abschlag abzulegen.
Koepka: "Überall hörte ich 'Willkommen zurück'"
"Ich habe mir viele Gedanken darüber gemacht, wie die Fans über mich denken", sagte Koepka. "Unter Spielern, Caddies oder im direkten Austausch fühlt sich alles normal an. Aber bei den Zuschauern wusste ich nicht, was mich erwartet."
Am Ende habe ihn die Unterstützung jedoch überwältigt. "Es war großartig. Überall hörte ich ‚Willkommen zurück‘ – fast an jedem Loch."
Sportlich musste Koepka Rückschläge hinnehmen: Ein Fairway-Bunker führte an der 4 zum Bogey, ein weiterer Schlagverlust folgte an der 13. Sein einziges Birdie des Tages gelang ihm am abschließenden Par 5 der 18, als er nach einem zu langen zweiten Schlag dennoch einen Putt aus rund acht Fuß versenkte.
"Eigentlich war es ganz ordentlich", bilanzierte Koepka. "Ich habe den Ball wirklich gut getroffen, aber zu wenige Fairways erwischt und abgesehen von der 18 kaum Putts gelocht. Mir gefällt, wie ich spiele, ich muss mich einfach wieder reinkämpfen."
Koepkas Rückkehr erfolgt im Rahmen eines neuen Wiedereingliederungsprogramms der PGA Tour für ehemalige LIV-Spieler. Dieses beinhaltet Einschränkungen bei der Teilnahme an Top-Events sowie einen fünfjährigen Verzicht auf Ansprüche aus dem Spielerbeteiligungsprogramm. Zusätzlich spendet Koepka fünf Millionen Dollar für wohltätige Zwecke.
"Bin dankbar, wieder hier zu sein"
"Wie schnell sich alles ergeben hat, hat mich wirklich umgehauen", sagte er. "Ich bin dankbar, wieder hier zu sein und mich mit diesen Jungs messen zu dürfen." Um den Cut zu schaffen, wird er am Freitag jedoch eine deutlich tiefere Runde benötigen.
Während Koepka noch nach seinem Rhythmus sucht, präsentierte sich Justin Rose bereits in bestechender Form. Der US-Open-Sieger von 2013 sammelte auf dem North Course zehn Birdies und verpasste am abschließenden Par 5 der 9 nur knapp den elften Schlaggewinn, der ihm den Platzrekord beschert hätte.
"Es ist verrückt, dass man nach so einer Runde trotzdem leicht frustriert vom Platz gehen kann", sagte Rose mit Blick auf den verpassten Birdie-Putt. "Aber ehrlich gesagt: Mein Prozess war heute fantastisch. Ich habe mein Spiel extrem gut gemanagt. Es war kein perfektes Golf, das ist klar. Es war einfach gut genug."
Rose liegt einen Schlag vor dem Amerikaner Justin Lower. Rang drei teilen sich Japans Hideki Matsuyama und Max Greyserman bei acht unter Par. Matsuyama spielte auf den letzten fünf Löchern groß auf und machte mit einem Eagle sowie drei Birdies gleich fünf Schläge gut.
Die Runde des Tages auf dem South Course gelang Seamus Power. Der Ire kam mit einer 65 (-7) ins Klubhaus und teilt sich Platz fünf mit dem Deutschen Stephan Jäger und dem Amerikaner Maverick McNealy.
