Ukaleq Slettemark ist aufgebracht. "Wir sprechen viel darüber, und ich bin völlig wütend. Donald Trump ist ein riesiger Idiot", sagte die Biathletin beim dänischen Sender DR Sporten.
Slettemark macht sich Sorgen um ihre Heimat Grönland, sie hat Angst vor den nächsten Schritten des US-Präsidenten im anhaltenden Konflikt über eine mögliche Annexion der Insel. Bei den Olympischen Winterspielen in Antholz stehen Ukaleq (24) und ihr Bruder Sondre (21) nun vor ihren ersten sportlichen Auftritten, bei denen sie ein Zeichen setzen wollen - auch in Richtung der USA.
"Stolz" auf Olympia-Auftritt für Dänemark
Weil Grönland über kein eigenes Nationales Olympisches Komitee verfügt, starten die Slettemarks in Südtirol für Dänemark. Das Land, dem Trump immer wieder gedroht hatte, die Heimat von Ukaleq und Sondre wegzunehmen. Gerade deshalb sei es "etwas ganz Besonderes, dieses Jahr das Königreich zu vertreten und zu zeigen, dass wir gemeinsam stark sind", sagte Ukaleq.
Auch ihr jüngerer Bruder Sondre, der am Dienstag (13.30 Uhr/ZDF und Eurosport) im Einzel über 20 Kilometer an den Start geht, ist "stolz darauf, eine Gemeinschaft vertreten zu dürfen, die für die gleichen Werte steht wie ich". Er sei "stolz darauf, mit Dänemark auf der größten Bühne der Welt stehen zu dürfen, auch wenn ich Grönländer und kein Däne bin".
Bei den Slettemarks ist Biathlon Familiensache. Papa Öystein trat 2010 in Vancouver bei Olympia an, Mama Uiloq verpasste die Spiele von Salt Lake City nur wegen der Schwangerschaft mit Ukaleq. Die wiederum steht nach Peking vor ihrer zweiten Teilnahme, Sondre feiert sein Debüt.
"Müssen den USA ein klares Signal senden"
Doch der Fokus auf die sportlichen Themen fällt dieser Tage alles andere als einfach. "Wir sind Athleten, also müssen wir das in gewisser Weise einfach ausblenden und uns auf die nächsten Wettkämpfe konzentrieren", sagte Sondre bei CNN.
"Die stärkste Botschaft, die wir senden können, ist für Dänemark anzutreten", so Ukaleq. Für sie ist es "wichtig, dass wir Dänemark als unseren sicheren Hafen haben und dass wir gut zusammenarbeiten können. Wir müssen den USA ein klares Signal senden, dass wir nicht die geringste Lust haben, Teil der USA zu sein."
