Knorr genießt Momentaufnahme
Der Moment hatte etwas Magisches. Juri Knorr stand in der Mixed Zone. Und lachte. Ehrlich, unbekümmert, erleichtert. Und endlich von seinen Selbstzweifeln. Der deutsche Spielmacher ist bereit für den Halbfinal-Kracher gegen Vizeweltmeister Kroatien.

"Ich probiere einfach, den Moment zu genießen und alles reinzuhauen in diesem Halbfinale", sagte Knorr vor der Partie am Freitag (17:45 Uhr/ARD).
Im Kampf um die erste EM-Medaille seit dem legendären Triumph der Bad Boys 2016 könnte der Zehn-Tore-Mann mit dem markanten Zopf zum X-Faktor werden. Mit einem Knorr in der Form vom Hauptrunden-Finale gegen Frankreich (38:34), dem laut Bundestrainer Alfred Gislason "besten Länderspiel" des Regisseurs, ist jetzt sogar Gold möglich.

"Es wurde ja im Vorfeld schon ein bisschen angepriesen, dass es jetzt zehn Jahre her ist. Es wäre doch schön, es zu wiederholen", sagte Jannik Kohlbacher, einer von drei verbliebenen 2016er-Europameistern im deutschen Kader. Die Formel dafür? "Ganz einfach: zweimal gewinnen."
Im Halbfinale geht es gegen die von Dagur Sigurdsson betreuten Kroaten nun ausgerechnet gegen jenen Trainer, der Deutschland vor zehn Jahren zum bis dato letzten Titelgewinn geführt hatte. Gislason legte den Fokus aber ganz auf sein Team.
Bock auf den Titelgewinn
Für das Finale werde man "nicht weniger Leistung bringen müssen" wie bei der Offensiv-Gala gegen Frankreich. Im zweiten Halbfinale stehen sich ebenfalls am Freitag (20:30 Uhr/ARD) Topfavorit Dänemark und Island gegenüber.

Zwei Titel stehen für deutsche Teams bei Europameisterschaften bislang zu Buche, vor dem Coup vor zehn Jahren hatte eine DHB-Auswahl 2004 in Slowenien triumphiert. Dazu gab es je einmal Silber (2002) und Bronze (1998).
Ob nun Gold das Ziel sei? "Aber hallo", sagte Linksaußen Lukas Mertens: "Wenn man im Halbfinale steht, willst du auch ins Finale. Ich hoffe, dass wir alle Kräfte jetzt zusammensammeln und dann am Freitag wirklich alles raushauen, was geht."
