"War keine Rote Karte": DHB-Team bangt um Golla – Hanning verteidigt Gislason-Kritik

Golla war in der 53. Minute wegen eines groben Foulspiels des Feldes verwiesen worden.
Golla war in der 53. Minute wegen eines groben Foulspiels des Feldes verwiesen worden.Foto von SEBASTIAN ELIAS UTH / RITZAU SCANPIX / RITZAU SCANPIX VIA AFP

Der italienische Handball-Nationaltrainer Bob Hanning hat seine öffentliche Kritik an Bundestrainer Alfred Gislason verteidigt. "Ja, das war ganz bewusst ein Weckruf. Es ging dabei nie um Personen, sondern um den Sport", sagte Hanning bei WEB.DE News.

Hanning, im Hauptberuf Geschäftsführer der Füchse Berlin, betonte, dass es ihm nicht um persönliche Auseinandersetzungen gehe. "Wir alle tragen Verantwortung für unseren Handball und verfolgen dasselbe Ziel: dass unsere Sportart erfolgreich ist und sich weiterentwickelt." Einen grundsätzlichen Konflikt mit dem Bundestrainer wies er zurück: "Ich habe keinen wirklichen Disput mit dem Bundestrainer, der wird nur künstlich hergestellt."

Gehässiger Gegenwind des Bundestrainers

Nach der überraschenden deutschen Niederlage gegen Serbien (27:30) hatte Hanning in einer "Bild"-Kolumne geschrieben: "Es geht um die Zukunft dieser Mannschaft, es geht um die Zukunft des Bundestrainers und es geht um nicht weniger als die Zukunft unserer Sportart." Gislason hatte zurückgestichelt: "Vielleicht hätte er sich lieber ein bisschen mehr auf die Italiener konzentrieren sollen" Hannings Italiener schieden bereits in der Vorrunde aus.

Nun äußerte sich Hanning anerkennend über die Leistungen der deutschen Mannschaft im Turnierverlauf. Mit Blick auf den Vorrunden-Sieg gegen Spanien (34:32) lobte Hanning: "Die deutsche Mannschaft hat alles umgesetzt, was sie nach dem Serbien-Spiel ändern musste."

Auch für anstehende Hauptrunde zeigte sich Hanning optimistisch: "Für den weiteren Turnierverlauf traue ich der Mannschaft sehr viel zu. Alles ist möglich – auch Siege gegen Favoriten wie Dänemark oder Frankreich." Das erste Hauptrundenspiel gegen Portugal gewannen die Deutschen am Donnerstag mit 32:30 (11:11).

Sorge um Sperre von Kapitän Golla 

Nach dem erfolgreichen Hauptrundenauftakt bei der EM bangen Deutschlands Handballer um Johannes Golla. Dem Kapitän droht nach seiner Roten Karte gegen Portugal eine Sperre. "Es wäre sehr bitter für uns, ihn im nächsten Spiel zu verlieren", sagte Bundestrainer Alfred Gislason nach dem 32:30 gegen die Südwesteuropäer.

Golla war in der 53. Minute des Portugal-Spiels wegen eines groben Foulspiels nach Ansicht der Videobilder des Feldes verwiesen worden. "Aus meiner Sicht war es gar keine Rote Karte, man kann maximal zwei Minuten dafür geben", sagte Gislason. Wenn das eine Rote Karte sei, "verstehe ich das nicht so richtig".

Die Sorge im deutschen Team kommt nicht von ungefähr: Portugals Kreisläufer Victor Iturriza war nach einem Platzverweis in der Vorrundenpartie gegen Dänemark nachträglich für das Deutschland-Spiel gesperrt worden.

Zum Match-Center: Deutschland vs. Portugal