Handball: WM-Start mit gutem Omen - Sowie ein Wiedersehen mit EM-Schreck Serbien

Gislason freut sich auf Wiedersehen mit EM-Schreck Serbien
Gislason freut sich auf Wiedersehen mit EM-Schreck SerbienČTK / DPA / Lukas Barth-Tuttas

Für die deutschen Handballer sind bei der Heim-WM zu Beginn 2027 Tunesien, Serbien und Uruguay die ersten Hürden.

Beim Aufgalopp zum "Wintermärchen 2.0" bei der Heim-WM 2027 warten auf die deutschen Handballer zwei lösbare Aufgaben und ein Angstgegner. Nach dem Eröffnungsspiel am 13. Januar gegen Tunesien ergab die Auslosung der acht Vorrundengruppen für die Mannschaft von Bundestrainer Alfred Gislason weitere Begegnungen im Münchner SAP Garden mit Uruguay und ihrem EM-Schrecken Serbien.

Vorfreude auf Wiedersehen mit Serbien

"Ich bin sehr zufrieden, wir haben es gut getroffen. Wir werden mit Serbien um den Gruppensieg spielen. Aber wenn wir weit kommen wollen, müssen wir ohnehin noch andere gute Mannschaften schlagen", kommentierte Gislason nach Auslosung im Münchner Hofbräuhaus am Dyn-Mikrofon die Vorrundenhürden für sein als Kopf der Gruppe A gesetztes Team.

207 Tage vor dem WM-Start weckte 3x3-Basketball-Olympiasiegerin Svenja Brunckhorst bei den Gastgebern als Losfee durch den Griff nach der Kugel mit Serbien keine schönen Erinnerungen: Denn erst im Januar geriet Gislasons Mannschaft bei der EM im dänischen Herning in der Vorrunde durch ein 27:30 gegen das Balkan-Team schon an den Rand des K.o., ehe die Auswahl des Deutschen Handballbundes noch bis ins Finale marschierte. "Bei der EM waren wir nicht gut genug und haben in der zweiten Halbzeit grausam gespielt. Wir freuen uns aber auf dieses Wiedersehen", meinte Gislason.

Als gutes Omen dürften die Ausrichter den Auftaktgegner Tunesien werten: Die Nordafrikaner gehörten 2007 auf dem Weg zum Titeltriumph im eigenen Land zu den Gegnern der unvergessenen DHB-Champions.

Erstes Ziel: Halbfinale

Die jeweils drei besten Mannschaften aller Gruppen qualifizieren sich für die Hauptrunde. Sollten die EM-Zweiten die zweite WM-Phase erreichen, würde das Gislason-Team für alle weiteren Begegnungen einschließlich sämtlicher K.o.-Matches nach Köln umziehen. Für die DHB-Auswahl, die im vergangenen Jahr bei der EM durch Silber Hoffnungen auf eine Medaille beim bevorstehenden WM-Heimspiel geschürt hatte, sind Duelle mit den Handball-Großmächten Dänemark und Frankreich ebenso erst in der K.o.-Phase möglich wie Aufeinandertreffen mit Kroatien und Schweden.

Doch Gislason warnt davor, nur auf ein mögliches Duell mit den Dänen, dem Olympiasieger sowie Welt- und Europameister, zu schauen. "Es wäre sehr schön, wieder auf Dänemark zu treffen. Daran arbeiten wir", sagte der Isländer, betonte aber auch: "Eine meiner größten Sorgen ist, dass wir automatisch in einem Finale gegen Dänemark stehen. Man muss es erstmal dahin schaffen. Unser Ziel ist es erstmal, ins Halbfinale zu kommen."

20 Jahre nach dem legendären Titelgewinn 2007 lechzt Handball-Deutschland auch nach einer neuen WM-Sternstunde. "Natürlich wollen wir erfolgreich sein bei der WM. Die Chance bietet sich jetzt. Wir haben einen sehr guten Trainer und eine tolle Mannschaft", sagte DHB-Vorstandschef Mark Schober schon vor der Auslosung.

Gislason freut sich auf "immer volle Hallen"

Gislason war gleichzeitig die Vorfreude auf das Mega-Event deutlich anzumerken. "Ich habe an vielen Turnieren wie Welt- und Europameisterschaften und Olympische Spiele teilgenommen, bislang waren die großartigsten Spiele immer in Deutschland", sagte der 66-Jährige unmittelbar vor der Auslosung: "Immer volle Hallen, auch wenn Deutschland nicht dabei ist - darüber freut sich jeder Handballfan."

Tatsächlich dürften die Arenen wieder proppevoll werden. Aktuell sind zwar erst 60 Prozent der Tickets für die 112 WM-Spiele verkauft, doch bis zum Turnier sind es noch sieben Monate. Bei der EM 2024 in Deutschland 2024 lag die Auslastung bei 96 Prozent.

"Wir sind wirklich überrannt worden", sagte Schober nun mit Blick auf das bisherige Interesse an den deutschen WM-Spielen. Fürs Final-Wochenende in Köln werde es beispielsweise keine Karten mehr geben, "für die deutsche Route vielleicht Anfang September nochmal ein paar".

Zum Match-Center: Deutschland vs. Tunesien