Kurioser Platzverweis: Almirón schreibt wegen Mundbedeckung WM-Geschichte

Miguel Almiron diskutiert mit Schiedsrichter Ivan Barton.
Miguel Almiron diskutiert mit Schiedsrichter Ivan Barton.IMAGN IMAGES via Reuters/Darren Yamashita

Historischer, wenn auch ungewollter Meilenstein für Miguel Almirón: Der paraguayische Nationalspieler ist der erste Profi, der bei einer Weltmeisterschaft wegen einer verdeckten Mundbewegung des Feldes verwiesen wurde.

Der kuriose Vorfall ereignete sich während des hitzigen Gruppenspiels der Gruppe D zwischen Paraguay und der Türkei. Kurz vor dem Ende der ersten Halbzeit sorgte ein Foul an Almiróns Teamkollegen Isidro Pitta für eine heftige Rudelbildung auf dem Platz. Inmitten der unübersichtlichen Szenerie suchte Almirón das Gespräch mit dem Türken Mert Müldür – und beging dabei den entscheidenden Fehler: Er hielt sich im Dialog die Hand vor den Mund.

Obwohl der salvadorianische Schiedsrichter Ivan Barton die Situation zunächst nicht wahrgenommen hatte, schaltete sich kurz darauf der Video-Assistent (VAR) ein. Nach Überprüfung der Bilder zögerte der Unparteiische nicht lange und zeigte dem Offensivakteur die Rote Karte.

Hintergrund der neuen FIFA-Regel

Grund für den harten Platzverweis ist eine strikte Regeländerung, die der Weltverband FIFA pünktlich zur Weltmeisterschaft einführte. Auslöser für die Verschärfung war ein Vorfall aus dem Frühjahr desselben Jahres in der Champions League: Damals hatte Benficas Gianluca Prestianni im K.-o.-Duell gegen Real Madrid mutmaßlich seinen Mund verdeckt, um Vinícius Júnior rassistisch zu beleidigen, ohne dass Lippenleser oder TV-Kameras dies nachträglich dokumentieren konnten.

Um solche Vergehen im Keim zu ersticken, griff das International Football Association Board (IFAB) durch und veröffentlichte im April eine entsprechende Richtlinie. Darin heißt es: "Nach Ermessen des Wettbewerbsveranstalters kann jeder Spieler, der in einer konfrontativen Situation mit einem Gegenspieler seinen Mund bedeckt, mit einer Roten Karte bestraft werden."

Was jahrelang im modernen Fußball gängige Praxis war, um taktische Absprachen zu verbergen oder schlicht abseits der Mikrofone Frust abzulassen, ist in Konfliktsituationen nun strengstens untersagt. Miguel Almirón musste diese schmerzhafte Erfahrung nun als weltweit erster Spieler auf der ganz großen WM-Bühne machen.

Zum Match-Center: Türkei vs. Paraguay

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