Wael Mohya kennt das Preisschild, das neuerdings an ihm klebt. "17 Millionen Euro" ist darauf zu lesen und "wertvollster Spieler" von Borussia Mönchengladbach. "Freunde schicken mir solche Dinge und fragen mich danach", verriet der 17-Jährige zuletzt im Trainingslager. Was das mit ihm mache? "Ehrlich gesagt halte ich davon nicht viel. Das sind alles Nebensachen", sagte der Teenager, und es wirkte durchaus glaubhaft.
Große Rekorde in der ersten Saison gebrochen
Auch ohne diese Zahlen ruhen auf Mohyas schmalen Schultern schon jetzt große Hoffnungen. Kein Wunder: In seinem ersten Jahr als Profi löste er sowohl Karlheinz Pflipsen als jüngsten Bundesliga-Spieler als auch Marko Marin als jüngsten Torschützen der Borussia-Historie ab. In beiden Fällen war Mohya erst 16 Jahre alt.
Nun liegt hinter Mohya die erste komplette Vorbereitung, vor einem Jahr hatte er sich kurz vor dem Auftakt verletzt. "Mein Ziel ist es, unbekümmert zu spielen und mir keine großen Gedanken zu machen. Ich möchte überraschende Dinge machen", sagt der Lockenkopf, der im offensiven Mittelfeld nahezu jede Position spielen kann. Trainer Eugen Polanski attestiert ihm "eine unfassbare Qualität" bei gleichzeitiger Bescheidenheit.

Wo sieht er seine Zukunft?
Alles Attribute, die früher oder später auch Jürgen Klopp bei seinem Neuaufbau der Nationalmannschaft gefallen müssten. Das Problem: Mohya hat zwar zwischen der U16 und U18 sieben Partien für den DFB absolviert, ist aber auch für Marokko spielberechtigt. "Es ist noch alles offen und wir lassen uns damit Zeit", sagt Mohya, der zuletzt im November 2025 das DFB-Trikot getragen hat.
Zunächst einmal will Moyha bei der Borussia auf Einsatzzeit kommen. Seit der U10 trägt er das Trikot der Fohlen, die U17 führte er vor einem Jahr zur deutschen Meisterschaft. Einen großen Moment der Vereinsgeschichte erlebte er 2016 hautnah mit. Im Champions-League-Spiel gegen den FC Barcelona (1:2) betrat er als Einlaufkind an der Hand von Oscar Wendt den Rasen, direkt neben Neymar, Iniesta und Suarez. Das Foto hat er bis heute.
Will in dieser Spielzeit "mehr auf dem Platz stehen"
Sechsmal spielte Mohya in der vergangenen Saison von Beginn an, insgesamt kam er auf zwei Tore in 15 Ligaspielen. "Er hat eindrucksvoll gezeigt, was es neben dem Talent noch braucht, um den Übergang vom Junioren- zum Seniorenfußball zu schaffen: Demut und Geduld, aber eben auch Ehrgeiz und den unbedingten Willen, hart an sich zu arbeiten", sagte Sportchef Rouven Schröder bei transfermarkt.de.
Dass die Demut authentisch ist, bewies er in seinem ersten Profijahr. Nach dem Realschulabschluss entschied Mohya sich für ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) an einer Offenen Ganztagsschule in Mönchengladbach. "Das FSJ ist für mich eine Chance, etwas zurückzugeben und gleichzeitig mich selbst weiterzuentwickeln", sagte er damals.
Ab sofort aber gilt die volle Konzentration der Borussia. "Mein Ziel für diese Saison ist es, mehr auf dem Platz zu stehen und dem Team damit zu helfen", sagt er. Gut möglich, dass dann auch das Preisschild schon bald ein ganz anderes wird.
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