MEINUNG: Flashscore wählt die Top-10-Fahrer der Formel-1-Saison 2025

Max Verstappen, Oscar Piastri und Lando Norris auf dem Formel-1-Podium
Max Verstappen, Oscar Piastri und Lando Norris auf dem Formel-1-PodiumIPA, Independent Photo Agency / Alamy / Profimedia

In der Formel-1-Saison 2025 traten 21 Fahrer gegeneinander an. Zum Jahresende hat Flashscore-F1-Kolumnist Finley Crebolder alle Leistungen analysiert und ein persönliches Ranking erstellt. Im Folgenden findest du seine Top-10-Fahrer der vergangenen zwölf Monate.

10. Carlos Sainz

Carlos Sainz erlebte einen schwierigen Start bei Williams. Doch sobald er sich an sein neues Umfeld gewöhnt hatte, zeigte er eindrucksvoll, dass er weiterhin zu den stärksten Fahrern im Feld zählt.

In der ersten Saisonhälfte musste er sich seinem Teamkollegen Alex Albon noch klar geschlagen geben, doch im weiteren Verlauf drehte Sainz den Spieß um. In der zweiten Hälfte war er der klar stärkere Williams-Pilot und ließ auch den Großteil des Mittelfelds hinter sich. In den letzten acht Rennwochenenden fuhr er drei Podestplätze ein, darunter einen im Sprint.

Angesichts seiner starken Form und der Aussicht auf einen konkurrenzfähigeren Mercedes-Motor im kommenden Jahr sind weitere Podestplätze für Sainz durchaus realistisch.

9. Kimi Antonelli

Die Erwartungen an Kimi Antonelli waren enorm: einige Insider bezeichneten ihn gar als größtes Talent seit einem gewissen Niederländer. Auch wenn er diesen Vorschusslorbeeren nicht in jeder Phase gerecht wurde, kann er seine Debütsaison dennoch als gelungen bezeichnen.

Zwar konnte er Teamkollege George Russell nur selten ernsthaft unter Druck setzen und leistete sich einige Fahrfehler, doch mit zunehmender Erfahrung steigerte sich der Italiener deutlich. In den letzten acht Rennen landete er nur zweimal außerhalb der Top 6 und fuhr mit starken Leistungen in Brasilien und Las Vegas aufs Podium.

Trotz mancher Unruhe schrieb Antonelli Geschichte: In Miami wurde er zum jüngsten Polesetter der Formel 1 und sammelte mehr Punkte als jeder Rookie vor ihm – auch wenn das heutige Punktesystem großzügiger ist. Für einen 18-Jährigen ist das bemerkenswert und lässt auf eine große Zukunft hoffen.

8. Ollie Bearman

Auch Ollie Bearman ging als Rookie mit hohen Erwartungen in die Saison und erfüllte sie voll und ganz. Nach starken Auftritten als Ersatzfahrer im Vorjahr bestätigte er sein Potenzial über eine komplette Saison hinweg.

Bereits zu Beginn punktete er in drei der ersten vier Rennen. Nach einer kurzen Schwächephase folgte nach der Sommerpause ein klarer Aufwärtstrend mit sechs Top-10-Ergebnissen und drei Platzierungen unter den besten Sechs.

Im direkten Vergleich setzte sich Bearman gegen Teamkollege Esteban Ocon durch, holte aus seinem Auto überdurchschnittlich viel heraus und überzeugte insbesondere im Zweikampf. Bleibt er auf diesem Niveau, könnte das Ferrari-Eigengewächs perspektivisch sogar Lewis Hamilton bei der Scuderia beerben.

7. Fernando Alonso

Fernando Alonso ist mehr als zwei Jahrzehnte älter als viele Fahrer in dieser Liste, und dennoch weiterhin ein Faktor. Der 44-Jährige bewies auch 2025, dass er noch immer zur Spitze gehört.

Nach einem verhaltenen Saisonstart profitierte er ab Juni von einem verbesserten Aston Martin und zeigte anschließend mehrfach seine Klasse. Zwar unterliefen ihm im weiteren Verlauf vereinzelt Fehler, dennoch punktete er in 11 von 16 Rennen und lieferte dabei einige herausragende Leistungen ab.

Bemerkenswert: Alonso war der einzige Fahrer, der seinen Teamkollegen in jedem Qualifying schlug. Sollte Aston Martin mit Adrian Newey 2026 ein Top-Auto bauen, dürfte Alonso auch dann noch ganz vorne mitmischen.

6. Isack Hadjar

Isack Hadjar startete als wohl am wenigsten beachteter Rookie in die Saison, und beendete sie als stärkster Neuling des Jahres.

Nach einem Albtraumdebüt, das bereits im Formationslap seines ersten Rennens mit einem Unfall endete, kämpfte sich der Franzose eindrucksvoll zurück. Er ließ beide Teamkollegen hinter sich, punktete konstant, schied kaum aus Q1 aus und feierte in den Niederlanden ein sensationelles erstes Podium.

Die Belohnung folgte prompt: der Aufstieg zu Red Bull für 2026. Gelingt ihm dort eine schnelle Anpassung, könnte Max Verstappen erstmals seit Langem wieder einen wirklich konkurrenzfähigen Teamkollegen bekommen.

5. Oscar Piastri

Oscar Piastri verlässt die Saison 2025 mit gemischten Gefühlen. Über weite Strecken zeigte er Weltmeisterformat, verlor den Titelkampf jedoch durch einen späten Leistungseinbruch.

In den ersten 15 Rennen war der Australier womöglich der stärkste Fahrer im Feld: sieben Siege, nur zweimal nicht auf dem Podium und eine beeindruckende Konstanz verschafften ihm einen komfortablen Vorsprung in der Gesamtwertung.

Doch dann folgte der Bruch. Ob aus mangelnder Entschlossenheit oder Teamdisziplin, er ließ Lando Norris in Italien passieren und verursachte zwei kostspielige Unfälle in Baku. Ab diesem Punkt fehlten ihm Tempo und Souveränität, und der Titel entglitt ihm.

Dennoch bleibt festzuhalten: Mit nur 24 Jahren, nahezu fehlerfreien Saisonphasen und der Erfahrung eines intensiven Titelkampfs ist Piastri ein heißer Kandidat für kommende WM-Titel.

4. Charles Leclerc

Für Charles Leclerc verlief 2025 weniger erfolgreich als das Vorjahr, allerdings nicht aus eigener Schuld. Der Monegasse holte aus einem enttäuschenden Ferrari mit einigen seiner besten Leistungen das Maximum heraus.

Sein Grundtempo war wie gewohnt exzellent, doch besonders seine Rennintelligenz und Konstanz erreichten ein neues Niveau. In seiner ersten Saison mit Lewis Hamilton ließ er dem siebenfachen Weltmeister kaum eine Chance: Während Hamilton kein einziges Podium erreichte, stand Leclerc siebenmal auf dem Treppchen und war im Qualifying an fast allen Samstagen schneller.

Wie stark Leclerc tatsächlich war, lässt sich schwer messen, da das Auto ihn regelmäßig aus dem direkten Vergleich mit der Spitze heraushielt. Viel mehr hätte er jedoch kaum leisten können.

3. Lando Norris

Zeitweise schien es, als fehle Lando Norris das gewisse Etwas zum Weltmeister, doch am Ende krönte er sich nach einer beeindruckenden Kehrtwende doch noch zum Champion.

In der ersten Saisonhälfte kämpfte er mit bekannten Schwächen: Fehler unter Druck, Unsicherheiten an der Spitze und ein deutlicher Rückstand auf Piastri prägten sein Bild. Nach einem technischen Defekt in den Niederlanden schienen seine Titelchancen sogar endgültig dahin.

Doch genau dann folgte die Wende. Norris fuhr befreit auf, lieferte eine herausragende Leistung nach der anderen und war im weiteren Verlauf stärker als Piastri. Selbst Max Verstappen hielt er trotz mancher unnötiger Hürden durch das eigene Team in Schach.

Auch wenn der Titel nicht zu den dominantesten der Geschichte zählen wird, markiert er einen enormen Entwicklungsschritt. Norris bewies, dass man Weltmeister werden kann, ohne seine Emotionen zu verdrängen.

2. George Russell

Schon zu Saisonbeginn zählte George Russell für mich zu den besten Fahrern im Feld, am Ende blieb nur einer vor ihm.

Russell absolvierte 2025 nahezu fehlerfrei, holte konstant das Maximum aus seinem Mercedes heraus und ließ sich selbst von deutlich schnelleren Autos nicht entmutigen. Zwei Siege und sieben weitere Podestplätze gegen McLaren und Verstappen sprechen für sich.

Viel mehr muss man kaum sagen: kaum Fehler, konstant stark und strategisch klug. Sollte Mercedes 2026 tatsächlich nur McLaren unterlegen sein, ist Russell für mich der klare Titelfavorit.

1. Max Verstappen

Auch ohne den fünften WM-Titel bleibt Max Verstappen das Maß der Dinge. Dass er bis zuletzt im Titelkampf blieb, unterstreicht nur seine außergewöhnliche Klasse.

Er beendete die Saison mit den meisten Siegen und Pole-Positions, obwohl sein Auto klar unterlegen war gegenüber den McLarens von Norris und Piastri. Selbst ohne teaminterne Konkurrenz ist diese Leistung außergewöhnlich.

Abgesehen vom Ausraster in Spanien, der in einer Kollision mit Russell endete, holte Verstappen aus jedem Rennwochenende das absolute Maximum heraus. Eine fahrerische Leistung, wie sie nur wenige in der Geschichte gezeigt haben.

Trotz eines Feldes voller Spitzenfahrer bleibt er der Mann, den es zu schlagen gilt.

Finley Crebolder
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