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Nach Entscheidung pro München 20XX: Das Konzept und Probleme der Olympia-Bewerbung

Die Münchner Delegation feiert den Sieg im deutschen Olympia-Vorentscheid.
Die Münchner Delegation feiert den Sieg im deutschen Olympia-Vorentscheid.REUTERS/Heiko Becker

91:50 Stimmen - im Duell um eine deutsche Olympiabewerbung hat sich München mit seinem Konzept "One Village" klar gegen Köln/Rhein-Ruhr durchgesetzt. "Die Verbände haben die größere Chance, die Strahlkraft von München bemerkt", sagte Ronald Rauhe, Staatsminister für Sport und Ehrenamt, im ZDF-Sportstudio. Das vorläufige Konzept für "Olympia 20XX", also 2036, 2040 oder 2044, stellt München aber auch vor große Herausforderungen und Probleme. Der Planungsstand:

Der zweimalige Kanu-Olympiasieger (2004, 2021) betonte zugleich: Die 42 stimmberechtigten olympischen Sportfachverbände "haben aber auch geschaut, was für die Athleten am besten ist. Und die Athleten wollen natürlich in der Regel ein kompaktes olympisches Gefühl haben. Das hat München bei den European Championships gezeigt." München hatte die Multi-EM 2022 ausgerichtet - mit großem Erfolg.

WETTKAMPFSTÄTTEN

76 Prozent der Wettkampfstätten befinden sich weniger als 16 Kilometer vom geplanten Olympischen Dorf entfernt und damit mehr oder weniger im Stadtgebiet. Innerhalb eines Radius von 30 km liegen 90 Prozent der Austragungsorte.

Zentral bleibt der Olympiapark, wo derzeit das Olympiastadion renoviert wird (u.a. Dachsanierung bis 2029). Auf dem benachbarten Sport-Campus der TU München sowie im weitgehend ungenutzten "Olympiapark Süd" sollen temporäre Anlagen errichtet werden (u.a. für Bahnrad, 3x3 Basketball, Skateboard, BMX Racing/Freestyle).

Beachvolleyball ist auf der Theresienwiese vorgesehen (dort würde zeitgleich das Oktoberfest aufgebaut), Sportarten wie Boxen, Gewichtheben oder Judo für die Messe München. Schwimmen soll in einer privat finanzierten neuen Arena (geplante Fertigstellung 2029) am Flughafen stattfinden. Existierende Wettkampfstätten von 1972 wie die Regattastrecke oder das Reitstadion müssen saniert werden.

Als Wettkampfstätten außerhalb des Stadtgebiets sind vorgesehen: Bad Wiessee (Mountainbike), Starnberger See (Freiwasserschwimmen), Augsburg, Nürnberg, Regensburg und Stuttgart (Fußball - in einer zweiten Variante auch mit Freiburg, Hoffenheim und Karlsruhe), Augsburg (Wildwasser) und Kiel (Segeln).

OLYMPISCHES DORF

Seit Jahren gibt es Pläne für die Erschließung eines neuen Quartiers im Münchner Nordosten. Dort soll Wohnraum für bis zu 30.000 Menschen geschaffen werden. Das Gebiet ist etwa 600 Hektar groß, der Großteil davon wird landwirtschaftlich genutzt.

 Die Grundstücksfrage ist angesichts vieler verschiedener Grundeigentümer zum Teil ungeklärt. Auch ist das Gebiet für den Verkehr nur ungenügend erschlossen. Vom Planungsreferat der Stadt heißt es: "Die Realisierung bis zum Jahr 2036 ist möglich, stellt aber extreme Anforderungen an die Geschwindigkeit der Entwicklung."

INFRASTRUKTUR

München ist Staustadt, zahlreiche Baustellen erschweren derzeit das Vorankommen. Der Mittlere Ring als Hauptverkehrsstrecke ist bisweilen eine "Standspur" und muss in Teilen saniert werden. Der öffentliche Nahverkehr ist gut ausgebaut, aber "verletzungsanfällig".

 

Die dringend benötigte zweite S-Bahn-Stammstrecke soll nun 2035 fertiggestellt werden, die davon betroffenen Arbeiten am Hauptbahnhof nach derzeitigem Stand erst 2038 abgeschlossen sein. Die dafür zunächst veranschlagten Kosten von 3,5 Milliarden Euro werden sich nach verschiedenen Schätzungen auf 7 bis 11 Milliarden Euro erhöhen.

KOSTEN

Münchens Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) rechnet mit einem Gesamtbudget von zehn Milliarden Euro, fünf Milliarden entfielen dabei auf das Eventbudget, das durch den Ticketverkauf, Sponsoren und IOC-Zuschüsse gedeckt werden soll, weitere fünf Milliarden Euro auf die notwendigen Infrastrukturmaßnahmen.

Zu den ohnehin veranschlagten Kosten für begonnene Projekte (zweite Stammstrecke S-Bahn/Hauptbahnhof) kämen aber weitere Milliarden für deren Beschleunigung hinzu (die dann auf das Olympia-Budget entfielen). Kein Problem? "Wir wollen die Spiele wieder nach Deutschland holen! Dafür gebe ich als Finanzminister eine Olympia-Garantie: Wir wollen und wir können uns Olympische Spiele in Deutschland leisten", sagte Finanzminister Lars Klingbeil (SPD).

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