ÖSV-Jungadler überzeugen beim Skifliegen am Kulm - Prevc gewinnt

Jonas Schuster und Stephan Embacher flogen aufs Podium
Jonas Schuster und Stephan Embacher flogen aufs PodiumProfimedia

Stephan Embacher hat seinen Premierensieg im Weltcup nur knapp verpasst. Der 20-jährige Tiroler musste sich beim Skifliegen auf dem Kulm Domen Prevc knapp geschlagen geben. Der Slowene verhinderte damit einen möglichen Vierfacherfolg der Österreicher. Hinter Embacher belegten Jonas Schuster, Daniel Tschofenig und Maximilian Ortner die Plätze drei bis fünf.

Nach durchwachsenen Olympischen Spielen präsentierte sich das ÖSV-Team beim Heimweltcup stark. Stephan Embacher führte nach dem ersten Durchgang mit 219,5 Metern und 6,5 Punkten Vorsprung auf Domen Prevc. Dabei hatte er mit einem beschädigten Schuh zu kämpfen, der kurzfristig repariert werden musste. Prevc kam im ersten Durchgang auf 213,5 Meter bei verkürztem Anlauf, Schuster lag mit 215,5 Metern auf Rang drei.

Vier Österreicher in den Top-5

Im Finale legten Daniel Tschofenig (212,5 m) und Maximilian Ortner (205,5 m) deutlich zu und verbesserten sich. Jonas Schuster fixierte mit 204,5 Metern seinen ersten Podestplatz – und das bei seinem Debüt im Skifliegen.

 

 

Prevc setzte mit 228,5 Metern den weitesten Sprung des Tages. Embacher konterte mit erneut 219,5 Metern, musste sich aber in der Gesamtwertung knapp geschlagen geben.

"Ich habe mich vom Schuh-Problem nicht aus der Ruhe bringen lassen", erklärte Embacher im ORF-Interview. Der letzte Sprung sei sehr gut gewesen, Prevc habe jedoch "eine Granate" gezeigt. Die Situation als letzter Springer sei ihm nach seinen Erfahrungen bei der Vierschanzentournee vertraut gewesen. Eine neue Chance bietet sich bereits am Sonntag.

Gänsehaut bei Schuster, Frust bei Kraft

Für Schuster war Rang drei ein besonderer Moment. Der 22-Jährige zeigte sich überrascht, bei seinem ersten Skiflug-Wettkampf gleich auf das Podest zu springen: "Mir zieht es die Gänsehaut auf. Ich hätte mir das natürlich nie gedacht, dass ich beim ersten Mal so gut ins Fliegen komme. Dass das jetzt mit meinem ersten Podium funktioniert hat, ist Wahnsinn. Ich freue mich extrem und bin sprachlos."

Weniger zufrieden war Stefan Kraft. Der ehemalige Skiflug-Weltmeister belegte mit deutlichem Rückstand Rang 16. Im zweiten Durchgang kam er nur auf 193 Meter, womit auch eine bemerkenswerte Serie endete: Seit 2015 hatte Kraft bei 147 Wettkampfsprüngen in Folge die 200-Meter-Marke übertroffen. "Der zweite Sprung war nicht gut genug", analysierte er nüchtern.