Sorgen um seinen Job musste sich Martin Demichelis vorerst keine mehr machen. Nach dem 4:0 (0:0) gegen die SV Elversberg hat der Trainer von RB Leipzig zunächst Ruhe. Vielleicht sollte der Argentinier die Zeit nutzen, um etwas römische Mythologie zu wälzen. Denn wie Janus, der Gott des Anfangs und Endes, trägt seine Mannschaft dieser Tage zwei Gesichter. Und das könnte für Demichelis ein Problem werden.
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Aber erst einmal ließ der klare Erfolg gegen Elversberg den Argentinier aufatmen. Die Kritik an ihm, die nach den Klatschen beim FC Bayern (1:6) und in der Champions League bei Real Madrid (1:4) aufgekommen war, ist fürs Erste verstummt. Schon vor dem Spiel gegen die Saarländer hatten die Bosse ihm den Rücken gestärkt. Demichelis habe "sehr viel Kredit", sagte Sport-Geschäftsführer Marcel Schäfer bei Sky. Man sei überzeugt, dass man gemeinsam die Ziele des Klubs erreichen werde.
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"Möglichkeit zu wachsen und zu lernen"
Dafür muss Demichelis aber schleunigst anfangen, auch auswärts zu gewinnen. Stichwort Janus. Während RB alle fünf Heim-Pflichtspiele der laufenden Saison mit einer Bilanz von 19:0 Toren gewonnen hat, gab es auf fremden Plätzen zuletzt fünf Pleiten in Serie. Das muss sich am Dienstag (18.00 Uhr) in der zweiten Runde des DFB-Pokals bei Drittligist Rot-Weiss Essen und am Samstag (15.30 Uhr/beide Sky) in der Bundesliga bei Schalke 04 zwingend ändern. "Das ist eine Möglichkeit zu wachsen und zu lernen", sagte Demichelis.
Es könne nicht sein, so der 45-Jährige, dass Leipzig in der heimischen Red Bull Arena "mit Überzeugung" spiele, auswärts dann aber nicht. "Es ändert sich nur die Szenerie, aber wir dürfen unsere Mentalität nicht ändern", sagte Demichelis. Recht hat er, denn bis auf das Königsklassen-Duell am 4. November gegen Manchester City warten in den kommenden Wochen nur Gegner, die ein Team mit den Ansprüchen der Leipziger schlagen muss. Ansonsten beginnt die Diskussion um Demichelis, der erst im Sommer Ole Werner ersetzt hatte, noch vor der Winterpause erneut.
Sollte er tatsächlich durch die Erzählungen von den Göttern des Alten Roms blättern, dürfte Demichelis übrigens auffallen, dass Janus weit mehr ist als das im Volksmund gebräuchliche Symbol für Zwiespältigkeit und Gegensätze. Vielmehr blickt er mit seinen entgegengesetzten Gesichtern gleichzeitig in die Zukunft und die Vergangenheit, wacht also über den Übergang vom Alten ins Neue. Und das dürfte Demichelis durchaus Mut machen.
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