"Rogers hat in dieser völlig neuen Rolle einen unglaublichen Sprung gemacht, er ist absolut außergewöhnlich." Thomas Tuchel zeigte sich nach dem Spiel gegen Norwegen sehr zufrieden mit der Entwicklung seines offensiven Mittelfeldspielers. Als er in der Schlussphase (89. Minute) eingewechselt wurde, brachte der Villan neuen Schwung ins Spiel und ermöglichte taktische Umstellungen, um die Verlängerung zu erzwingen.
Auch an diesem Mittwoch könnte er gegen die Albiceleste wieder den Unterschied machen. Sollte es an Effizienz oder Präzision mangeln, könnte auch Ollie Watkins für Gefahr sorgen – vor einem Torwart, den er nur zu gut kennt: Emiliano Martinez.
Morgan Rogers: Wertvoller Trumpf und Spieler im Aufwind
Er gehört zu denen, über die nach der Weltmeisterschaft viel gesprochen werden wird. Morgan Rogers, Mittelfeldspieler von Aston Villa, hat unter Unai Emery eine starke Saison gespielt. Mit 10 Toren und 6 Vorlagen in 37 Premier-League-Spielen sowie 3 Toren und 5 Assists in der Europa League hat er seine Mannschaft das ganze Jahr über getragen.
Trotzdem kam er bei dieser Weltmeisterschaft kaum zum Einsatz. Thomas Tuchel bevorzugte ein 4-2-3-1-System und setzte auf Jude Bellingham anstelle des Villan, sodass Rogers nur im Spiel gegen Panama auf 90 Einsatzminuten kam. Doch obwohl die Konkurrenz groß ist, scheint der Deutsche eine andere Rolle für seinen Spieler gefunden zu haben.
Normalerweise auf der Zehn eingesetzt, wurde er bei seinem Einsatz gegen Norwegen auf die Acht zurückgezogen. Da das System sich vom Beginn des Spiels unterschied, konnte er nicht nur für frischen Wind sorgen, sondern auch eine echte Alternative im Mittelfeld bieten. Sein Einfluss war sofort spürbar. Bereits in der 93. Minute erzwang England die Verlängerung.
Ob er seine Mitspieler unterstützt oder sie nach vorne treibt – wie etwa bei Elliot Anderson – der Spieler ist eine echte Joker-Lösung, wenn alles versucht werden muss. Und genau das wird Tuchel nutzen.
Wenn Argentinien durch sein offensives Passdreieck nach vorne kommt, kann Rogers mit seinen Defensivaktionen ebenfalls für Entlastung sorgen. Ein echter Supersub, dessen Marktwert bei 140 Millionen Euro liegt, falls ein Klub ihn diesen Sommer verpflichten möchte.
Ollie Watkins: der zweite Kane
Er durfte bei der gesamten WM nur sechs Minuten spielen – und das auch nur gegen Panama. Der Mittelstürmer von Aston Villa hat zwar eine starke Saison im Verein hinter sich (16 Tore und drei Vorlagen in 37 PL-Spielen), weiß aber: Er steht hinter Harry Kane an.
Als klassischer Neuner bringt er ähnliche Qualitäten wie der Bayern-Stürmer mit. Er ist ein effizienter Vollstrecker und ein echter Strafraumstürmer, der auch per Kopf gefährlich ist. Für sein Kopfballspiel wird er sogar besonders gelobt. Gerade wenn es schwer wird, ist er eine wichtige Alternative. Besonders gegen einen Torwart, den er gut kennt.
Vor dem Turnier war der Engländer in Topform, musste sich aber seit Beginn der WM mit der Bank begnügen. Die Energie, die er ins Spiel bringen könnte, ist daher umso wichtiger – vor allem gegen ein Team wie Argentinien, das bereits zwei Verlängerungen bestreiten musste.
Ein Tor, das die Three Lions ins WM-Finale schießen würde, würde ihm die Anerkennung der Fans und eine besondere Wertschätzung im Team einbringen. Dafür müsste er aber erst einmal auf dem Platz stehen.

