Schiri-Boss Collina spricht Machtwort: Tah-Treffer zurecht zurückgenommen

Laut Collina handelte es sich um eine korrekte Entscheidung
Laut Collina handelte es sich um eine korrekte EntscheidungReuters/Sam Navarro

FIFA-Schiedsrichterchef Pierluigi Collina hat die umstrittene Entscheidung verteidigt, das Tor von Jonathan Tah im WM-Sechzehntelfinale gegen Paraguay nicht anzuerkennen. "Trainer und Spieler wurden informiert, daher sollte es niemanden überraschen, dass die Schiedsrichter diese Fouls ahnden werden", wird Collina in einem Beitrag des Weltverbands zitiert.

In der Verlängerung hatte Tah nach einer Ecke beim Stand von 1:1 zur Führung per Kopf getroffen (102.). Nach einem Hinweis der Video-Assistentin Tatiana Guzman schaute sich Schiedsrichter Jalal Jayed die Szene noch einmal an und wertete ein Blocken von Waldemar Anton gegen den gegnerischen Torhüter Orlando Gill als Foul. Das DFB-Team schied anschließend durch das 3:4 im Elfmeterschießen aus.

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Grundsätzlich, betonte Collina, sei es zwar erlaubt, Positionen einzunehmen. Die Schiedsrichter sollten jedoch eingreifen, "wenn ein Angreifer kein Interesse am Ball hat und sich absichtlich, selbst minimal, bewegt, um die Verteidigung des Gegners zu behindern", sagte Collina: "Dies gilt insbesondere dann, wenn die Taktik darauf abzielt, den gegnerischen Torwart am Verteidigen des Tores zu hindern."

Kritik aus Deutschland

Collina nannte Anton in seinen Ausführungen nicht beim Namen, der Beitrag auf der FIFA-Homepage endete aber mit einem großen Foto von genau dieser strittigen Szene. Der Körperkontakt des DFB-Verteidigers mit Gill wird dabei grafisch hervorgehoben.

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Die Entscheidung war in Deutschland deutlich kritisiert worden. Sie sei "absolut nicht nachvollziehbar", sagte der frühere Bundesliga-Referee Thorsten Kinhöfer im ZDF. "Das ist nicht nur ein Skandal, das ist ein Vollskandal!", schimpfte Bundestrainer Julian Nagelsmann. Und der um den vermeintlichen Siegtreffer gebrachte Tah meinte: "Für mich war das auf jeden Fall kein Foul."

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