Kristall für Julia Scheib - ÖSV-Star krönt Top-Saison

Julia Scheib fixiert in Aare vorzeitig RTL-Kristall
Julia Scheib fixiert in Aare vorzeitig RTL-KristallEmma Wallskog / Bildbyran Photo Agency / Profimedia

Julia Scheib hat sich am Samstag in Åre die kleine Kristallkugel im Riesentorlauf gesichert. Mit ihrem Sieg im vorletzten Rennen der Saison fixierte die Steirerin den Gewinn der Disziplinenwertung. Scheib profitierte neben einer starken Leistung auch vom Ausfall ihrer direkten Konkurrentin Camille Rast.

Rund einen Monat nach ihrer Enttäuschung bei den Olympischen Spielen in Cortina feierte die 27-Jährige Julia Scheib den bisher größten Erfolg ihrer Karriere. Scheib gewann mit 0,36 Sekunden Vorsprung auf die US-Amerikanerin Paula Moltzan, Dritte wurde Alice Robinson aus Neuseeland (+0,75). Es war ihr fünfter Riesentorlauf-Sieg in dieser Saison.

Nach dem ersten Durchgang lag Scheib noch elf Hundertstel hinter Camille Rast auf Rang zwei. Im Finale behielt sie jedoch die Nerven. Rast musste volles Risiko eingehen, um im Kampf um die Kugel noch eine Entscheidung beim Weltcup-Finale zu erzwingen, schied jedoch im steilen Abschnitt aus.

Kugel gewonnen, Olympia-Frust Schnee von gestern

Scheib zeigte sich nach dem Rennen erleichtert: "Es fühlt sich unglaublich gut an. Im zweiten Lauf war es ein richtiger Kampf, weil ich die Kugel unbedingt heute holen wollte." Mit dem Erfolg stellte sie sicher, dass Österreich in dieser Saison zumindest eine Kristallkugel gewinnt. Die Riesentorlauf-Spezialistin bedankte sich vor allem bei ihrem Umfeld. Der Grundstein für ihre erfolgreiche Saison sei bereits mit dem Sieg beim Weltcup-Auftakt in Sölden gelegt worden. Seitdem habe sie konstant starke Leistungen gezeigt.

 

 

Auch die Olympia-Enttäuschung ist für Scheib damit erledigt: "Wenn man so eine Saison hat und sich so wohlfühlt auf den Ski, hätte man gern eine Medaille gehabt. Ich war enttäuscht, konnte es aber schnell abhaken. Jetzt bin ich erleichtert und spüre pure Freude. Man sollte mit den Emotionen auf einem normalen Level bleiben, ich freue mich, aber eher nach innen. Ein bisserl feiern werden wir schon. Es war eine lange Reise für mich, jetzt bin ich angekommen."

Neben Scheib schafften es zwei weitere Österreicherinnen in den zweiten Durchgang. Stephanie Brunner belegte Rang zwölf und verpasste die Top Ten knapp. Franziska Gritsch wurde 22. und sammelte ebenfalls Punkte.