Abfahrts-Gold für Breezy Johnson, Blech für Conny Hütter

Breezy Johnson jubelt über Gold in der Abfahrt
Breezy Johnson jubelt über Gold in der AbfahrtČTK / DPA / Michael Kappeler

Breezy Johnson hat sich bei den Olympischen Winterspielen in Cortina d’Ampezzo zur Abfahrts-Olympiasiegerin gekürt. Die 30-jährige US-Amerikanerin setzte sich bei schwierigen Rahmenbedingungen in einem engen Rennen knapp vor der Deutschen Emma Aicher durch. Bronze ging an die Italienerin Sofia Goggia. Für Österreich verpasste Cornelia Hütter als Vierte knapp eine Medaille.

Breezy Johnson bestätigte damit ihre starke Form nach dem WM-Titel im Vorjahr in Saalbach. Auf der Tofana überzeugte sie vor allem im unteren Streckenabschnitt und setzte sich in einem engen Zeitvergleich durch. Das Rennen stand sportlich im Schatten des schweren Sturzes von Lindsey Vonn, der Teamkollegin der Siegerin.

Conny Hütter belegte als beste Österreicherin ex aequo mit der US-Amerikanerin Jacqueline Wiles Rang vier (+0,86). Der Steirerin fehlten 0,27 Sekunden auf Bronze. Ariane Rädler wurde Achte (+1,10), Mirjam Puchner kam auf Platz elf (+1,55). Nina Ortlieb schied nach einem Sturz aus, blieb jedoch unverletzt.

Vonn-Sturz sorgt für Schreckmoment

Der erhoffte Olympiastart von Lindsey Vonn endete mit einem schweren Sturz. Die 41-jährige US-Amerikanerin, die trotz eines zuvor erlittenen Kreuzbandrisses an den Start gegangen war, kam bereits nach wenigen Toren zu Fall und musste mit dem Verdacht auf weitere schwere Beinverletzungen per Hubschrauber abtransportiert werden.

 

Lindsey Vonn blieb mit dem rechten Arm im Tor hängen und stürzte
Lindsey Vonn blieb mit dem rechten Arm im Tor hängen und stürzteBildbyran / ddp USA / Profimedia

 

Bei idealen äußeren Bedingungen ging Vonn mit Startnummer 13 ins Rennen. Kurz nach dem Start verlor sie jedoch in einer Schrägfahrt, bei der das linke Bein stark belastet wird, die Kontrolle. In der Folge prallte sie in der Luft gegen ein Tor, wurde verdreht und stürzte schwer. Nach mehreren Überschlägen blieb sie mit unnatürlich verdrehter Beinposition auf der Piste liegen. Ihre unmittelbare Reaktion ließ bereits auf eine ernsthafte Verletzung schließen.

ÖSV-Damen enttäuscht

Hütter analysierte im ORF ihre Fahrt selbstkritisch: "Platz eins und zwei waren außer Reichweite. Ohne Fehler hätte ich mich mit Sofia um Bronze matchen können." Den Zeitverlust machte sie im Mittelteil aus. Trotz der Enttäuschung blickte sie nach vorne: "Es gibt noch zwei Bewerbe, da heißt es dranbleiben."

 

Conny Hütter wurde Vierte
Conny Hütter wurde VierteANDREA SOLERO / EPA / Profimedia

 

Auch die weiteren ÖSV-Läuferinnen konnten nicht in den Medaillenkampf eingreifen. Rädler lag zwischenzeitlich in Führung und erreichte dennoch ihr bestes Olympiaresultat. "Ich habe alles investiert, mehr war heute nicht drin", erklärte sie. Puchner sprach von einer schwierigen Ausgangslage nach langen Unterbrechungen und dem vorangegangenen Sturz, während Ortlieb nach ihrem Ausfall betonte, dass sie zumindest unverletzt geblieben sei.

Mit ihrem Erfolg vollendete Johnson – wie tags zuvor Franjo von Allmen bei den Herren – innerhalb eines Jahres das Double aus WM- und Olympiasieg. Sie ist damit die zweite US-Amerikanerin nach Lindsey Vonn, die olympisches Abfahrtsgold gewinnen konnte. Für Emma Aicher bedeutete Silber (+0,04) die erste deutsche Alpinmedaille bei diesen Spielen, Sofia Goggia komplettierte als Dritte das Podest vor heimischem Publikum.