Es geht Schlag auf Schlag im Ski-Weltcup. Im Jänner gibt es viele traditionsreiche Rennen in Folge. Wer in Adelboden einen Heimsieg feierte, welcher Franzose in Topform ist und wieso es für die ÖSV-Damen in Zauchensee nicht nach Wunsch lief, erfährst du im SkiFlash.
TOP – Clement Noel gewinnt in Madonna
Der Nachtslalom in Madonna Di Campiglio wurde zum Hundertstelkrimi. Clement Noel, Dritter nach dem ersten Durchgang, startete in der Entscheidung einen Angriff und entschied das Rennen für sich. Der 28-jährige Franzose triumphierte vor dem Finnen Eduard Hallberg und seinem Landsmann Paco Rassat.
"In Madonna ist es immer speziell. Ein Sieg ist mir hier in der Vergangenheit noch nicht gelungen. Auch mein erster Durchgang heute war nicht so gut, aber der zweite Lauf war sehr gut. Ich freue mich auch sehr über Platz drei von Paco. Schön, mit einem Freund, auf dem Podest zu stehen", sagte Noel nach dem Rennen.
FLOP – ÖSV-Herren fahren beim Nightrace hinterher
Mit den vorderen Plätzen hatten die Österreicher beim Skifest in Italien nichts zu tun. Michael Matt wurde als bester ÖSV-Athlet 12. “Ich habe sehr gut angefangen, versucht, im Steilhang mehr laufen zu lassen, aber dann kommt der eine Fehler, und der tut weh. Da habe ich Zeit liegen lassen, aber sonst hat der Lauf gepasst“, analysierte der Tiroler.
Mit Johannes Strolz auf Platz 17 schaffte es nur ein weiterer Österreicher unter die besten 30. Manuel Feller riskierte im zweiten Durchgang zu viel und schied aus. Der Madonna-Sieger von vor zwei Jahren Marco Schwarz erwischte keinen guten Tag und musste mit 2,13 Sekunden Rückstand im zweiten Lauf zuschauen.
TOP – Lindsey Vonn untermauert ihre Topform
Lindsey Vonn bewies in Zauchensee einmal mehr ihre Klasse und gewann ihre 45. Abfahrt. Das Rennen fand aufgrund des Neuschnees auf verkürzter Strecke statt, doch die 41-jährige Ausnahmekönnerin nahm Kajsa Vickhoff Lie bei kurzer Fahrzeit trotzdem 0,37 Sekunden ab. Auf Rang 3 landete mit Jacqueline Wiles eine weitere US-Amerikanerin.
“Ich dachte auch, dass ich heute keine Chance habe, weil die Startnummer nicht optimal war, aber ich habe die richtige Linie erwischt. Ich bin mehr gerade gefahren, weil wenn du in den Pulverschnee kommst, bist du weg. Ich freue mich, dass ich nach zehn Jahren hier noch gewinnen kann. Mein Mindset stimmt, und jetzt spielt auch mein Körper wieder mit“, jubelte Vonn nach dem Triumph.
FLOP – Debakel für die ÖSV-Damen
Wenig Grund zur Freude hatten die ÖSV-Damen. Das Heimrennen endete in einem wahren Debakel. Conny Hütter wurde als beste Österreicherin 20. “Ich bin die Linie gefahren, die ich mir angeschaut habe. War dann aber langsam und wollte abkürzen, bin aber wohl dort gefahren, wo die anderen nicht gefahren sind. Da hat es mich eingebremst. Ich war nicht auf der richtigen Spur. Man sieht nicht, wo der feine Pulverschnee liegt, oder die Spur, wo schon die anderen Athletinnen gefahren sind. Man kann das nicht mit dem Training vergleichen. Es ärgert mich, dass ich es heute nicht umsetzen konnte“, war ihr die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben.
Nadine Fest und Ariane Rädler belegten ex aequo Rang 24. Vize-Weltmeisterin Mirjam Puchner fuhr als 29. gerade noch in die Punkteränge. Einzig für die junge Leonie Zegg gab es ein Erfolgserlebnis. Sie erreichte bei ihrem Debüt als 30. einen Weltcuppunkt.
Die Chance zur Revanche blieb den ÖSV-Stars leider verwehrt, denn das Wetter wurde zum Spielverderber. Der für Sonntag angesetzte Super-G musste abgesagt werden.
TOP – Marco Odermatt triumphiert beim Heim-Weltcup
Marco Odermatt verwandelte den Zielraum am Chuenisbärgli wieder einmal in einen Hexenkessel. Der 28-jährige Eidgenosse gewann den Riesentorlauf vor Lucas Pinheiro Braathen und Leo Anguenot. Er baute damit seine unglaubliche Serie aus und gewann zum fünften Mal in Folge in Adelboden.
“Bei dieser Stimmung als Sieger abschwingen zu dürfen ist einmalig. Das gibt es nur hier. Hier ein fünftes Mal zu gewinnen ist so cool“, freute sich Odermatt im ORF-Interview. “Ich habe mich schon die ganze Woche gut gefühlt, und wir haben gut trainiert. Ich weiß, wie man hier schnell fahren kann, und die Piste war genial.“
FLOP – Österreicher nicht in RTL-Podestnähe
Die ÖSV-Herren hatten bei der Odermatt-Show mit den vorderen Plätzen wenig zu tun. Raphael Haaser wurde als bester Österreicher Achter. “Mit dem Ergebnis kann ich ganz gut leben. Der Rückstand macht mich stutzig, aber es geht in die richtige Richtung. Man muss sich Schritt für Schritt dorthin arbeiten, wo man hinwill. Mir geht noch etwas das Vertrauen ab, um bedingungslos von oben bis unten zu attackieren“, war er nicht ganz unzufrieden mit seiner Leistung.
Stefan Brennsteiner riskierte als 21. nach dem ersten Lauf zu viel und schied zum ersten Mal seit einem Jahr aus. Pech hatte Marco Schwarz, der als Sechster in die Entscheidung ging. Er lag im zweiten Durchgang klar in Führung, bevor er kurz vor dem Ziel am Innenski ausrutsche und ausfiel. “Ich bin weggerutscht, dann bin ich schon daneben gestanden. Ich habe versucht zu attackieren, der Ausfall tut irrsinnig weh“, sagte Schwarz.
TOP – Manuel Feller nähert sich der Weltspitze
Endlich wieder ein Erfolgserlebnis für Manuel Feller. Der 33-jährige Tiroler konnte sich im Slalom im zweiten Durchgang von Rang 8 auf Platz 5 verbessern. Es war nicht nur sein bestes Ergebnis in diesem Winter, sondern auch die beste ÖSV-Slalomplatzierung der Saison. “Fahrerisch war es sehr in Ordnung. Das Podest habe ich im ersten Durchgang liegen gelassen. Es verlangt sehr viel Risiko, um ganz oben zu stehen. Ich habe es versucht“, meinte Feller.
TOP – Paco Rassat in Topform
Paco Rassat feierte beim Slalom von Adelboden seinen zweiten Saisonsieg. Er verwies die beiden Norweger Atle Lie McGrath und Henrik Kristoffersen auf die Plätze. “Vor diesem Publikum zu gewinnen ist fantastisch. In den drei Rennen bisher hier habe ich nie Punkte gemacht“, sagte Rassat nach dem Sieg. “Ich wollte sauber im Steilen fahren und im Flachen Tempo machen. Ich fühle mich im Steilen wohl, dort kommt mir meine Technik entgegen, und ich versuche, so wenig Fehler wie möglich zu machen.“ Der 27-jährige Franzose übernimmt damit wieder die Führung in der Disziplinen-Wertung.
