Beim zweiten Prevc-Erfolg binnen 24 Stunden war Andreas Wellinger als starker Fünfter mit seinem besten Saisonergebnis bester DSV-Athlet. Der Ruhpoldinger, 2024 am Kulm Vizeweltmeister, glänzte mit 223,0 und 219,5 m. Raimund blieb mit 215,5 und 212,5 m erneut unter seiner persönlichen Bestweite von 220,0 m, meinte aber in der ARD: "Das hat voll Bock gemacht", sagte Raimund. Der Oberstdorfer hielt in der ARD fest: "Es war ein schöneres Fluggefühl als gestern. "Ich nehme den Spaß und das gute Gefühl mit."
Und die Höhenangst, die ihn früher oft umgetrieben hatte? "Ich hatte nie das Gefühl, dass ich mir Sorgen machten müsste." Sorgen muss sich Raimund nur um seine Kräfte: "Nach dem Olympiasieg war ich ohnehin schon ziemlich platt, es ist nicht besser geworden", sagte er: "Die Flüge sind anstrengend, weil man so lange in der Luft ist."
Prevs vor Gesamtsieg
Der mit Abstand beste Flieger der Welt dominierte derweil klar: Mit 245,5 m verbesserte Prevc im Finale den Schanzenrekord seines Bruders Peter aus dem Jahr 2016 um anderthalb Meter, schon nach dem ersten Durchgang hatte er mit 238,0 m klar vorne gelegen. Bei seinem 13. Saisonsieg und sechsten Erfolg in Serie lag Prevc wie am Vortag vor dem Österreicher Stephan Embacher, Dritter wurde der Norweger Johann Andre Forfang.
Weil der im Weltcup zweitplatzierte Japaner Ryoyu Kobayashi zweimal hinter Prevc blieb und Kobayashis Landsmann Ren Nikaido bei der Anreise in Dubai strandete, steht der "Domenator" nun dicht vor seinem ersten Triumph im Gesamtweltcup und könnte sich schon am Freitag in Lahti die Kristallkugel sichern.
Als erst zweiter Springer der Geschichte nach Matti Nykänen hätte der 26-Jährige dann in seiner Karriere sämtliche fünf großen Einzeltitel (Olympia, WM, Flug-WM, Vierschanzentournee und Gesamtweltcup) gewonnen. Nykänen benötigte vom ersten bis zum letzten Puzzleteil von 1982 bis 1985. Prevc wird alle fünf Titel seit dem 8. März 2025 (WM-Gold in Trondheim) und damit wohl binnen zwölf Monaten eingefahren haben.
Der nicht für Olympia nominierte Karl Geiger zeigte als 17. mit 212,5 und 213,0 m starke Flüge. Pius Paschke als 32. und Luca Roth als 36. schieden wie schon am Vortag im ersten Durchgang aus. Der Tourneesechste Felix Hoffmann scheiterte sogar schon in der Qualifikation am Sonntagmittag.
