Bereits nach der Auslosung der Hauptrunde schielten viele Experten bereits auf das mögliche Achtelfinal-Duell zwischen Ronnie O'Sullivan und John Higgins, zwei aktive Legenden, die jeweils seit 1992 konstant auf Top-Niveau spielen. O'Sullivan gewann in dieser Zeit sieben Weltmeistertitel, Higgins holte drei mal die Krone im Crucible Theatre.
Während O'Sullivan in der ersten Session seine Leistung voll abrufen konnte, hatte Higgins Probleme, in die Gänge zu kommen. So nimmt der Rekordwelmeister eine 6:2-Führung in den morgigen Abend, wenn die Partie fortgesetzt wird.
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Ronnie O'Sullivan liefert sein A-Game
Der 50-Jährige war von Anfang an höchst konzentriert und gewann den ersten Frame in klassischer O'Sullivan-Manier: "The Rocket" nutzte seine erste Chance der Partie und spielte in knapp 10 Minuten ein 86er Break. Der zweite Frame war dann deutlich umkämpfter. Higgins ging zunächst mit kleineren Breaks klar in Führung, O'Sullivan bekam aber eine Chance, den Frame durch die Hintertür zu holen.
Der Rekordweltmeister kam bis auf 46:49 ran, verschoss dann aber eine eigentlich machbare Pinke, nachdem er zuvor ein schwieriges Bild gut löste. So war es dann doch Higgins, der die Farben abräumte und ausgleichen konnte.
O'Sullivans Spiel tat das aber keinen Abbruch - ganz im Gegenteil. Er war der sicherere Spieler und nutzte Higgins Schwächen bei langen Einsteigern eiskalt aus. Mit einer 82 und einer Total Clearence von 137 Punkten ging er mit einem 3:1 in die Pause.
John Higgins kann fast nur zuschauen
Das Midsession Intervall brachte für Higgins nicht die ersehnte Wende. Der Schotte war zwar zuerst in den Bällen, verschoss nach 37 Punkten aber eine schwierige Rote. Obwohl der Objektball nah an die Bande lief, lochte O'Sullivan diesen sicher und stellte darüber hinaus noch ausgezeichnet. Das Ende vom Lied war eine 95er Clearence, die das 4:1 bedeutete.
Im sechsten Frame began Higgins wieder mit 37 Punkten, ehe er vom Tisch musste. Dieses Mal aber nutzte O'Sullivan seine Möglichkeit nicht, der "Wizard of Wishaw" legte ein 68er Break nach und verkürzte damit auf 2:4.
Doch O'Sullivan beendete die Session stark: Obwohl er zwischendurch Probleme mit seiner Pommeranze hatte, lies er Higgins im siebten Durchgang mit zwei kleineren Breaks keine Chance. Zum Abschluss legte "The Rocket" eine 76 nach, die letztlich Frame-entscheidend war. Higgins kam zwar nochmal ran und forcierte auch einen Snooker, lies wenig später aber die finale Rote lochbar liegen, was O'Sullivan sofort bestrafte.
Barry Hawkins siegt souverän
Auf dem anderen Tisch war die Session deutlich schneller beendet. Barry Hawkins brachte seine 10:6-Führung gegen Mark Williams ohne Probleme ins Ziel und gewann letztlich mit 13:9.
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Williams holte sich dabei sogar den ersten Frame des Abends, ohne dabei aber zu glänzen. Kleinere Aufnahmen brachten ihm das 7:10. Hawkins ließ das unbeeindruckt, der 47-Jährige, der vor zwei Tagen seinen Geburtstag feierte, antwortete mit einer starken 85. Williams reduzierte den Vorsprung in der Folge dank eines 66er Breaks zwar wieder auf drei Frames, doch Hawkins stellte mit einem erneuten 85er Break den ursprünglichen Vorsprung wieder her - damit fehlte ihm nach der Pause nur noch ein Frame-Gewinn zum Match.
Mark Williams kann Rückstand nicht entscheidend abknabbern
Williams kam besser aus dem Midsession Intervall und verkürzte mit einem 70er Break auf 9:12. Auch im 22. Frame war der Waliser im Break, nach 25 Punkten blieb er aber glücklos bei einem Split. Er versuchte zwar im Break zu bleiben, verschoss eine schwierige Rote aber knapp. Es sollten seine letzten Punkte dieser WM bleiben: Hawkins stellte zunächst auf 39:25, ehe er mit seiner nächsten Chance das Match dank eines 44er Breaks beendete.
Die Nummer elf der Welt trifft im Viertelfinale auf Mark Allen, der sein Match gegen Kyren Wilson heute morgen ebenfalls mit 13:9 gewann.
