Seixas verwies nach 200,3 km von Herstal zur Mauer von Huy den Schweizer Mauro Schmid (Jayco AlUla) und den Briten Ben Tulett (Visma-Lease a bike) auf die Plätze. Die Entscheidung fiel traditionell erst am letzten Anstieg, als Seixas auf dem 1,4 km langen und durchschnittlich 8,9 Prozent steilen Stück antrat. Rund 200 Meter vor dem Ziel konnten die Verfolger Seixas Hinterrad nicht mehr halten, der Vorsprung des Franzosen betrug letztlich drei Sekunden.
"Es ist unglaublich, ein riesiger Erfolg. Ich kann es kaum fassen. Letztes Jahr habe ich das Rennen nur im Fernsehen verfolgt, jetzt habe ich es bei meiner ersten Teilnahme gewonnen", sagte Seixas. Er ist nun der jüngste Sieger in der Geschichte des belgischen Klassikers, der in diesem Jahr zum 90. Mal ausgetragen wurde.
Teenager kontrollierte von vorne das Geschehen
In der hektischen Schlussphase war es zuvor zu Stürzen gekommen, in die auch Anton Schiffer verwickelt war. Der 26-Jährige aus Köln (Visma-Lease a bike) landete im Straßengraben, konnte das Rennen aber fortsetzen. Der letzte Ausreißer wurde sieben Kilometer vor der dritten Auffahrt zur Mur de Huy, dem markanten Schlussanstieg, gestellt.
Im Finale positionierte sich Seixas an der Spitze. Von vorne kontrollierte der Teenager das Geschehen, dann ließ er die Rivalen mit einem kraftvollen Antritt stehen. Deutsche spielten keine Rolle.
Bislang einziger deutscher Sieger beim Flèche Wallone ist Rolf Gölz, der das Rennen 1988 gewann. Der Flèche Wallone ist Teil der Ardennen-Trilogie. Den Auftakt beim Amstel Gold Race hatte Doppel-Olympiasieger Remco Evenepoel vom deutschen Top-Team Red Bull-Bora-hansgrohe für sich entschieden.
Am kommenden Sonntag steht zum Abschluss Lüttich-Bastogne-Lüttich auf dem Programm, dort trifft Seixas unter anderem auf Evenepoel und Weltmeister Tadej Pogacar. Es ist das vierte von fünf Monumenten des Radsports und bildet zugleich den Abschluss der Klassiker-Saison.
