Florian Lipowitz vor Rückkehr nach Paris: Mit neuer Reife zur Tour de France

Florian Lipowitz zählt im Radsport längst zur Weltspitze
Florian Lipowitz zählt im Radsport längst zur WeltspitzeTIL BUERGY / AFP

Florian Lipowitz trägt die deutschen Hoffnungen bei der Tour de France 2026 (4. Juli bis 26. Juli). Von der großen Erwartungshaltung will sich der Vorjahresdritte nicht treiben lassen.

Mit der Ruhe ist es für Florian Lipowitz vorerst vorbei. Der Countdown zur Tour de France läuft, und der deutsche Radsport-Star steckt längst in der finalen Vorbereitung. In knapp fünf Wochen wird mit dem Grand Départ in Barcelona die Jagd nach dem Gelben Trikot eröffnet – mit Lipowitz im erweiterten Favoritenkreis.

Ein Jahr nach seinem Traumdebüt und der Fahrt aufs Podium in Paris startet der 25-Jährige unter veränderten Vorzeichen in die 113. Frankreich-Rundfahrt (4. bis 26. Juli). Bei seiner zweiten Tour-Teilnahme hat Lipowitz plötzlich etwas zu verlieren. Ein Underdog wie 2025 ist er nicht mehr. Die Erwartungshaltung – insbesondere in Deutschland – ist enorm gestiegen.

Lipowitz will Druck niedrig halten

Lipowitz weiß das. Er fühlt sich der Situation gewachsen. "Ich glaube, dass ich als Fahrer dieses Jahr reifer bin und besser mit dem Druck umgehen kann", sagte Lipowitz dem SID aus dem Höhentrainingslager in der spanischen Sierra Nevada.

Der Shootingstar des Teams Red Bull-Bora-hansgrohe tritt mit gewachsenem Selbstvertrauen auf, auf und neben dem Rad. Treu bleibt er sich trotzdem, auf großspurige Töne und Kampfansagen verzichtet Lipowitz weiterhin.

Er sei im Vorjahr ohne große Erwartungen in die Tour gegangen. "Das versuche ich dieses Jahr genauso", sagte Lipowitz: "Ich will mich einfach gut vorbereiten und nach der Tour sagen können, dass ich mein Bestes gegeben habe. Was am Ende dabei herauskommt, wird sich zeigen."

Zur absoluten Weltspitze fehlt noch etwas

Ob es beim Tour-Finale in knapp zwei Monaten wieder für einen Podestplatz reicht, hängt auch von der Konkurrenz ab. Lipowitz hat ein starkes Frühjahr hinter sich, bei drei einwöchigen Rundfahrten erzielte er ein Top-3-Ergebnis. Zur Wahrheit gehört aber auch: Gewonnen hat der Deutsche keine.

"Wenn man die Rennen dieses Jahr anschaut, gibt es drei Fahrer, die definitiv besser waren", räumte Lipowitz ein. Jedem der drei Hauptrivalen Tadej Pogacar (Tour de Romandie), Jonas Vingegaard (Katalonien-Rundfahrt) und Paul Seixas (Baskenland-Rundfahrt) musste er sich geschlagen geben.