Jonas Vingegaard Exklusiv: Mit "neuer Energie" und Vorbild Contador zum Double?

Jonas Vingegaard wird 2026 den Giro und die Tour fahren
Jonas Vingegaard wird 2026 den Giro und die Tour fahrenDAVID PINTENS / BELGA MAG / BELGA VIA AFP / Flashscore

Flashscore war am Dienstag beim Media Day von Visma | Lease a Bike in La Nucía, Alicante, vor Ort und hatte die Gelegenheit, mit Jonas Vingegaard zu sprechen. Der Däne, aktueller Sieger der Vuelta a Espana und zweifacher Gewinner der Tour de France (2022 & 2023)

Frage: 2026 soll das Jahr werden, in dem Sie der insgesamt achte Fahrer werden, der alle drei großen Rundfahrten gewinnt. Die letzten, denen das gelang, waren Alberto Contador, Vincenzo Nibali und Chris Froome. Was halten Sie von ihnen?

Antwort: Ich finde, sie sind großartige Champions. Wenn ich sehe, was sie alles gewonnen haben, denke ich, dass es auch für mich ein Traum wäre, das zu erreichen – also alle drei großen Rundfahrten zu gewinnen, wie sie es geschafft haben. Das ist ein unglaublicher Erfolg, und ich hoffe, dass ich das eines Tages auch schaffen kann.

F: Wer war Ihr Kindheitsidol?

A: Ganz klar: Contador war mein großes Vorbild und ich habe es geliebt, ihm zuzusehen, vor allem beim Klettern. Er hatte keine Angst zu scheitern oder anzugreifen und dann zurückzufallen. Ich habe es sehr genossen, wie er gefahren ist und wie er den Radsport verstanden hat.

"Pogacar wird das Triple früher oder später schaffen"

Jonas Vingegaard hat sich in Gesprächen mit internationalen Medien ausführlich zu der Möglichkeit geäußert, alle drei großen Rundfahrten – Giro d’Italia, Tour de France und Vuelta a España – zu gewinnen. Der Däne zeigte sich überzeugt, dass Tadej Pogacar dieses Triple eines Tages erreichen wird: "Ich glaube, wir alle wissen, dass Tadej das früher oder später schaffen wird. Aber es geht nicht darum, der Erste dieser Generation zu sein, sondern darum, überhaupt alle drei großen Rundfahrten gewinnen zu können", erklärte Vingegaard.

 Mit Blick auf seine eigene Karriere fügte er hinzu: „Ich bin jetzt 29 Jahre alt und habe keine zehn Jahre mehr vor mir. Deshalb muss ich es versuchen, solange ich auf meinem höchsten Niveau bin. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt."

Mit neuer Energie zum Double?

Mehrfach betonte Vingegaard das Thema Motivation – insbesondere im Zusammenhang mit dem Plan, 2026 sowohl den Giro als auch die Tour zu fahren. "Dieses Programm, in Italien und Frankreich zu starten, motiviert mich noch mehr. Das heißt nicht, dass ich in anderen Jahren nicht motiviert war, aber ich spüre eine neue Energie. Diese Motivation habe ich bereits seit Beginn des Trainings nach dem Urlaub gespürt, auch als das Programm noch nicht feststand. Seitdem bin ich extrem motiviert für dieses Jahr."

Jonas Vingegaard beim Media Day in La Nucía
Jonas Vingegaard beim Media Day in La NucíaDavid Olivares

Auf die Frage, warum er sich für die Kombination aus Giro und Tour entschieden habe, verwies Vingegaard auf seine Erfahrungen aus dem Jahr 2023. Damals sei er mit einem sehr guten Gefühl von der Tour zur Vuelta gewechselt. "Ich glaube, das hatte ich schon im Hinterkopf, denn 2023 bin ich Tour und Vuelta gefahren. Klar, ich wurde Zweiter bei der Vuelta, aber ich hatte das Gefühl, dort vielleicht sogar stärker gewesen zu sein als bei der Tour. Das hat mich zu dem Gedanken gebracht, dass auch Giro und Tour möglich sein könnten."

Eine Woche mehr Erholung

Zu den Unterschieden zwischen den Rundfahrt-Doppeln Tour/Vuelta und Giro/Tour äußerte sich Vingegaard vorsichtig. Da er den Giro bislang noch nicht gefahren ist, sei ein direkter Vergleich schwierig. "Beim Giro kann man Pech haben und drei Wochen lang schlechtes Wetter erwischen. Ich hoffe, dass das nicht passiert, aber solche Umstände sind möglich", sagte er.

Ein Vorteil liege jedoch im Kalender: "Nach dem Giro hat man eine Woche mehr Erholung vor der Tour. Zwischen den beiden Rennen liegen fünf freie Wochen, während es zwischen Tour und Vuelta normalerweise nur vier sind. Das könnte also etwas mehr Zeit sein."