Zuletzt schlug er beim ATP-Challenger-100 in Alicante auf. Nach einem Dreisatz-Sieg im Halbfinale gegen den Österreicher Sebastian Ofner musste er sich am Sonntag im Endspiel seinem Landsmann Pablo Llamas Ruiz mit 4:6, 2:6 geschlagen geben. Vor dem Finale sprach unser spanischer Kollege David Olivares mit Carreño Busta über dessen Saisonziele, den Davis Cup und Carlos Alcaraz.
Wie wichtig ist dieses Turnier in Alicante für den weiteren Verlauf der Sandplatzsaison? Es wirkt wie ein Warm-up für die großen Highlights wie Roland Garros, Monte Carlo, Barcelona, Madrid und Rom.
"Es ist in der Tat extrem wichtig. Es dient nicht nur der Vorbereitung auf die ATP-Sandplatzrunde, sondern war für mich auch die letzte Chance, mich direkt für Roland Garros zu qualifizieren. Vor dem Turnier in Murcia stand ich um Platz 120 im Ranking. Ich wusste, dass ich bei diesen Turnieren weit kommen muss, um die Qualifikation zu sichern.
Mit dem Sieg in Murcia und dem Finale hier in Alicante habe ich das Ticket so gut wie in der Tasche. Das erlaubt es mir, die kommenden Wochen deutlich entspannter anzugehen. Ich habe jetzt ein sehr gutes Gefühl für die Asche."
Carreño Busta will zurück in die Top 100
Was planen Sie für die nächsten Wochen? Sie waren ursprünglich für Bukarest gemeldet, haben aber nun zurückgezogen.
"Richtig, ich habe Bukarest abgesagt. Ich merke, dass ich physisch an meine Grenzen stoße. Auch mental bin ich nach den letzten Wochen etwas erschöpft. Da noch ein kräftezehrender Teil der Sandplatzsaison vor mir liegt, ist es vernünftiger, sich jetzt auszuruhen und die Batterien wieder aufzuladen."
Welche Ziele haben Sie sich für die restliche Saison gesteckt?
"Das primäre Ziel ist die Rückkehr unter die Top 100, um wieder fest auf der ATP-Tour spielen zu können. In den letzten zwei Wochen bin ich auf der Challenger-Tour gestartet, weil ich die Punkte dringend brauchte.
Ich hoffe, dass dies meine letzten Challenger-Einsätze in diesem Jahr waren. Nicht, weil es mir hier nicht gefällt, sondern weil man bei den großen Turnieren mehr Punkte und Preisgelder sammelt – dort gehört man als Profi einfach hin."

Blicken wir zurück auf die letzte Saison und das Davis-Cup-Finale. Spanien hat ein tolles Turnier gespielt. 2019 wart ihr Champions, aber 2025 hattest du eine tragendere Rolle. Wie erinnerst du dich an den Halbfinalsieg gegen Jan-Lennard Struff?
"Der Davis Cup im letzten Jahr hat einmal mehr bewiesen, dass dieser Wettbewerb eigene Gesetze schreibt. Die Weltrangliste spielt oft keine Rolle. Es war ein unglaublich harter Weg: Angefangen in der Schweiz, wo meine Teamkollegen ohne mich bestanden, bis hin zu der emotionalen Partie in Marbella gegen Dänemark.
Dort drehte Pedro Martínez das Match gegen Holger Rune auf epische Weise. Als Carlos Alcaraz dann für die Endphase kurzfristig ausfiel, glaubten viele, wir hätten keine Chance mehr. Aber Jaume Munar, Marcel Granollers, Pedro und ich haben alles gegeben.
Im Finale gegen Italien fehlte Jaume nur ein winziges Stück zum Ausgleich. Im entscheidenden Doppel mit Marcel, der Nummer eins der Welt, war alles möglich. Ich glaube, die Fans hatten genauso viel Spaß wie wir – genau das macht diesen Wettbewerb aus."
Ihr habt die spanischen Fans wieder richtig mitgerissen, besonders im Finale gegen den Gastgeber Italien. Gegen Matteo Berrettini hat es zwar nicht ganz gereicht, aber das Niveau war extrem hoch.
"Es war ein echtes Finale. Die Italiener hatten das Heimpublikum im Rücken, was in den engen Momenten den Ausschlag gab. Mir fehlte am Ende nur ein kleines bisschen. Berrettini fühlt sich in der Halle auf diesem schnellen Belag und vor eigenem Publikum sichtlich wohl.
Es war ein enges Match, auch wenn ich es nicht gewinnen konnte. Dafür war der Sieg gegen Struff im Halbfinale umso wichtiger, um der Mannschaft zu helfen. Die Stimmung im Halbfinale war einfach unglaublich."
Denkst du oft an Tokio 2021 zurück? Bronze gegen Novak Djokovic – ist das die schönste Erinnerung deiner Karriere?
"Ich habe das Glück, auf viele tolle Momente zurückblicken zu können, die nicht immer nur mit Turniersiegen zu tun haben. In Tokio verlor ich das Halbfinale, konnte mich aber mit dem Sieg gegen Djokovic rehabilitieren und die Medaille sichern. Es ist zweifellos eine der schönsten Erinnerungen, vielleicht nicht die absolut beste, aber definitiv ganz oben mit dabei."
Wie bewertest du die aktuelle Situation von Carlos Alcaraz? Nach der überraschenden Trennung von Juan Carlos Ferrero startete er furios, scheint aber momentan in einem kleinen Tief zu stecken.
"Die Trennung von Ferrero kam für alle Außenstehenden unerwartet, vielleicht sogar für die beiden selbst. Aber so ist das Profisport-Leben; solche Dinge passieren.
Carlos hatte einen fantastischen Saisonstart. Dass er im Halbfinale von Indian Wells verlor und in Miami etwas müde wirkte, ist nur menschlich. Niemand kann dieses Level nonstop halten. Ich bin mir absolut sicher, dass er auf Sand schnell wieder zu seiner Bestform finden wird."

Noch ein Blick voraus: Im September wartet Chile im Davis Cup. Beschäftigt Sie das bereits?
"Das wird eine sehr schwierige Aufgabe. Chile hat mehrere Spieler auf einem ähnlich hohen Niveau; sie sind in der Breite sehr stark besetzt. Zudem wird es ein Hexenkessel sein – die chilenischen Fans sind extrem leidenschaftlich und nah dran. Es wird eine große Herausforderung für unser Team. Unser Kapitän David Ferrer wird bei der Nominierung und Vorbereitung gefordert sein."
Spanien gilt nun neben Italien als das Team, das es zu schlagen gilt. Hat das Finale euer Ansehen gesteigert?
"Vielleicht bringt es uns etwas mehr Prestige ein. Aber jedes Jahr fängt bei Null an. Eines ist sicher: Die Chilenen werden gegen uns alles in die Waagschale werfen."
