Djokovic zog unter ungewöhnlichen Umständen ins Halbfinale ein. Im Viertelfinale profitierte er von der verletzungsbedingten Aufgabe von Lorenzo Musetti, der beim Stand von 6:4, 6:3, 1:3 nicht mehr weiterspielen konnte – obwohl er das Match bis dahin klar kontrolliert hatte. Bereits in der vierten Runde hatte der zehnfache Melbourne-Sieger kampflos gewonnen, da Jakub Mensik kurzfristig zurückzog.
Zum Match-Center: Djokovic vs. Sinner
Am Freitag kommt es nun in der Rod Laver Arena zum mit Spannung erwarteten Halbfinal-Kracher gegen Jannik Sinner. Der Weltranglistenzweite und zweifache Titelverteidiger geht mit einer beeindruckenden Serie von fünf Siegen in Folge gegen Djokovic in das Duell. Um sein elftes Finale bei den Australian Open zu erreichen, muss der Serbe diese Negativserie beenden. Im Endspiel würde entweder der topgesetzte Carlos Alcaraz oder Alexander Zverev warten.
Djokovic will "eigene Geschichte" schreiben
Zuletzt hatte Djokovic gegen Sinner schmerzhafte Niederlagen einstecken müssen. Sowohl bei den French Open als auch in Wimbledon wurde er im vergangenen Jahr jeweils im Halbfinale klar vom Italiener bezwungen. Dennoch bleibt der Rekordspieler optimistisch. "Ich schreibe meine eigene Geschichte und habe meine Ziele immer klar formuliert", sagte Djokovic, der zum 55. Mal in einem Grand-Slam-Halbfinale steht. Zwar räumte er ein, dass Sinner und Alcaraz derzeit das Maß aller Dinge seien, doch Kampfgeist und Ehrgeiz seien ungebrochen. "Ich werde bis zum letzten Punkt alles geben, um sie herauszufordern."
Seit seinem letzten Major-Triumph bei den US Open 2023 jagt Djokovic den historischen 25. Grand-Slam-Titel, mit dem er Margaret Court überholen würde. Doch der kometenhafte Aufstieg von Sinner und Alcaraz, die seitdem sämtliche Grand-Slam-Turniere unter sich aufgeteilt haben, macht diese Mission zunehmend schwieriger.
Auch Sinner selbst warnt davor, Djokovic zu unterschätzen. Trotz seiner Favoritenrolle zollte der 24-Jährige dem Serben höchsten Respekt. Djokovic sei für ihn der professionellste Athlet auf der Tour, erklärte der Italiener. Seine Erfahrung, seine Spielintelligenz und sein Umgang mit Drucksituationen seien einzigartig: "Er ist für uns alle, vor allem für die jungen Spieler, eine echte Inspiration", so Sinner.
