"Schmeckt gut", kommentierte Alcaraz im Anschluss an einen kräftigen Schluck des Champagners. Mit seinem Premierentitel bei den Australian Open fügte der Weltranglistenerste aus Spanien im Alter von erst 22 Jahren seiner Laufbahn das fehlende Puzzleteil hinzu. "Niemand weiß, wie hart ich für diese Trophäe gearbeitet habe. Ich und mein Team sind durch so viel gegangen", so Alcaraz zuvor bei der Siegerzeremonie.
Zum Match-Center: Carlos Alcaraz vs. Novak Djokovic
Im historischen Finale von Melbourne hatte er Djokovic mit 2:6, 6:2, 6:3, 7:5 niedergerungen und als jüngster Spieler der Geschichte seinen Karriere-Grand-Slam komplettiert. "Es ist ein großartiges Gefühl, dieses Ziel zu erreichen. Dieses Turnier bedeutet mir die Welt", sagte er.
Guter Verlierer Djokovic: "War näher dran als letztes Jahr"
"Glückwunsch Carlos, das war ein fantastisches Turnier. Was Du geschafft hast, ist historisch - legendär", sagte Djokovic, der sich als großartiger Verlierer präsentierte - und bald schon wieder scherzen konnte. "Du bist noch so jung, hast noch so viel Zeit. So wie ich auch. Ich bin sicher, wir werden uns noch häufiger auf dem Platz sehen", sagte der 38-Jährige - "in den kommenden zehn Jahren". Auch Djokovics einstiger Rivale Rafael Nadal spendete von der Tribüne der Rod Laver Arena aus Applaus.
"Natürlich ist es bitter zu verlieren", führte Djokovic aus, sah aber schnell das Positive: "Ich habe es geschafft, Jannik zu schlagen und bin sehr stolz darauf. Ich war näher dran als letztes Jahr." Djokovic, der im Halbfinale von Melbourne Titelverteidiger Jannik Sinner besiegt hatte, war im vergangenen Jahr bei allen vier Grand Slams in der Vorschlussrunde ausgeschieden.
Alcaraz dreht Partie
Alcaraz verwandelte zuvor nach einer intensiven Partie und 3:02 Stunden seinen ersten Matchball, nachdem er den ersten Satz in nur 33 Minuten verloren hatte, was auch Nadal staunen ließ. Dessen spanischer Landsmann aber fing sich. Bei kühlen 19 Grad lief er sich die Nervosität aus den Beinen. Der zweite Satz war ähnlich einseitig wie der erste - nur mit einem anderen Gewinner.
"Ich bin enttäuscht darüber, dass ich nach einem unglaublichen Start so einen zweiten und dritten Satz gespielt habe", sagte Djokovic, der in dieser Phase sehr müde gewirkt hatte. Alcaraz war nun der aktivere Spieler und nach exakt zwei gespielten Stunden nur noch einen Satz von seinem großen Ziel entfernt. Die aufmunternden "Nole, Nole"-Rufe im Publikum konnten daran nichts ändern. Der nervenstarke Alcaraz ließ sich in einer umkämpften Endphase nicht mehr aufhalten.
Neues Tattoo - und nächste Grand Slams?
Anschließend berichtete er noch von seinem neuen obligatorischen Titel-Tattoo. "Es wird ein Känguru, ganz sicher. Irgendwo an den Beinen", sagte Alcaraz, nachdem er den Journalisten im vollbesetzten Pressekonferenz-Raum mit einem gut gefüllten Sektglas zugeprostet hatte. Dann verabschiedete sich der neue Titelträger in eine lange Partynacht in Melbourne.
Und dann? Auf der Pressekonferenz wurde der frisch gebackene Champion natürlich auch nach der Möglichkeit gefragt, alle vier Majors in einem Jahr zu gewinnen: "Das ist eine gewaltige Herausforderung. Das sind große Worte. Akuell würde ich lieber einen nach dem anderen angehen", so Alcaraz: "Weiter geht es mit den French Open, ich habe gute Erinnerungen an das Turnier und möchte mich nicht unnötig in eine Drucksituation bringen." Chapeau!
