"Hat alles verändert": Kerber kehrt zurück nach Melbourne und feiert Titel-Jubiläum

Kerber freut sich über ihre Rückkehr nach Melbourne
Kerber freut sich über ihre Rückkehr nach MelbourneFrank Molter / Alamy / Profimedia

Angelique Kerber holte vor zehn Jahren den ersten ihrer drei Grand-Slam-Titel. Zum Feiern ist die einstige Nummer eins der Welt zurück in Melbourne – sorgt sich aber um die Zukunft im deutschen Frauentennis.

Angelique Kerber erinnert sich noch ganz genau. Ein weiterer Fehler und alles wäre vorbei gewesen – damals in der ersten Runde der Australian Open, als ihre Gegnerin Misaki Doi einen Matchball hatte. Doch Kerber blieb ruhig, überstand das Drama gegen die Außenseiterin und stürmte später tatsächlich zu ihrem ersten ganz großen Karriereerfolg.

"Nach der ersten Runde ist vieles abgefallen und ich hatte nichts mehr zu verlieren", sagt die Kielerin ein Jahrzehnt später mit leuchtenden Augen in Melbourne.

Dort, wohin Kerber zurückgekehrt ist, um noch einmal in Erinnerungen zu schwelgen – und wo sie im Vorfeld der Frauen-Halbfinals am Donnerstag den Pokal in die Rod Laver Arena tragen durfte. "Der erste Grand-Slam-Titel ist was ganz Besonderes und das hat alles verändert."

Am 30. Januar jährt sich für die beste deutsche Tennisspielerin der jüngeren Vergangenheit zum zehnten Mal das, was sie als großen Durchbruch betrachtet. Denn der Titel im Alter von 28, sagt Kerber heute, war "tatsächlich der Moment, der mich auch zu den nächsten zwei Grand Slams gebracht hat".

Mit dem Selbstvertrauen durch den Finalerfolg über die eigentlich unantastbare Serena Williams 2016 im Rücken schnappte sich die defensivstarke Linkshänderin im Anschluss noch den US-Open-Sieg im selben Jahr und den Triumph in Wimbledon 2018. Zudem war sie in ihrer Hochphase 34 Wochen lang die Nummer eins der Tenniswelt. "Das habe ich auf jeden Fall Australien zu verdanken", sagt sie.

Sorgen um deutsches Damen-Tennis

Ein Comeback der inzwischen zweifachen Mutter bei den Profis ist gewiss ausgeschlossen. Auch wenn sich das nicht wenige Fans wünschen dürften, in düsteren deutschen Frauentennis-Zeiten, die auch Kerber nicht verborgen geblieben sind.

"Wir brauchen uns nicht anzulügen. Das war nicht optimal", sagt Kerber, nachdem es in Melbourne lediglich Laura Siegemund in die zweite Runde schaffte.

Kerber ist seit 2025 als Beraterin für den Frauen-Bereich im Deutschen Tennisbund (DTB) tätig. Viel Hoffnung, dass es schon bald wieder deutlich bergauf gehen wird, hat sie aber nicht. "Wir müssen da definitiv Geduld haben. Wie viel Geduld, das steht in den Sternen", betont sie.